Unser Wille, unser Weg, unser Ziel

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Alfred Rosenberg


Unser Wille, unser Weg, unser Ziel.

„Völkischer Beobachter“, 29. August 1923.
Die Rolle, die der „Völkische Beobachter“ in der Entwicklung der NSDAP. gespielt hat, kann kaum überschätzt werden. Jahrelang, vor allem zu Beginn der Kampfzeit, ehe der Rednerapparat groß ausgebaut war, bildete er die einzige Verbindung zu der Zentrale in München. Durch ihn hat der Führer wieder und wieder seine Manifeste herausgegeben. Er überwachte und verkündete nicht nur die politischen, sondern auch die wirtschaftlichen, kulturellen und anderen Ideen der national-sozialistischen Bewegung. Die Umänderung des Blattes von einer Wochenzeitung in eine Tageszeitung bedeutete damals für den Kampf der Bewegung etwas Außerordentliches und das erklärt die nachfolgenden Ausführungen, die Alfred Rosenberg im Zusammenhang mit einem Ausbau der Zeitung im großen Weltformat veröffentlichte.
Dank der Verlagsleitung von Max Amann und der Hauptschriftleitung von Alfred Rosenberg ist dann der „Völkische Beobachter“ nach der Machtübernahme zur ersten Zeitung Deutschlands und auch zum offiziellen Regierungsorgan geworden.

Mit der heutigen Ausgabe erscheint der „Völkische Beobachter“ endlich in der Form, wie sie uns seit Jahren vorschwebte. Unsere alten Freunde wissen, welche Anstrengungen es der jungen, verspotteten und verleumdeten Bewegung gekostet hat, zuerst das Wochenblatt zu erwerben, um es dann zur Tageszeitung umzugestalten. Immer wieder, wenn es schien, als ob wir nahe am Ziele wären, mußte der Plan aufgegeben werden, bis dank der großmütigen Spende einer deutschen Frau im Februar dieses Jahres die Tageszeitung doch Tatsache wurde. Aber aus technischen Gründe konnte auch sie noch nicht in einem Format erscheinen, wie es in Aussicht genommen war, und das der Bedeutung unserer Bewegung auch äußerlich entsprochen hätte. Dank dem Entgegenkommen des Buchgewerbehauses Müller & Sohn steht jetzt die neue Rotationsmaschine da, und der „Völkische Beobachter“ tritt in einen neuen Abschnitt seiner Tätigkeit.

Wir haben uns mittlerweile im In- und Auslande ständige Mitarbeiter gesichert, so daß unsere Leser dauernd genau über die weltpolitische Lage unterrichtet werden. Aber wir werden nach wie vor unseren Standpunkt vertreten, daß, namentlich in der heutigen Zeit, eine Zeitung nicht ein geistiger Müllkasten zu sein hat, in den wahllos alle „Meldungen“ und „Betrachtungen“ nebeneinandergeworfen werden, sondern daß eine Zeitung das Werkzeug eines Staatsgedankens darstellen muß. Und zwar offen und rücksichtslos. Uns widert die sogenannte „Unparteilichkeit“ gewisser Presseerzeugnisse ebenso an wie die verlogene Propaganda der unter „geistiger demokratischer“ oder auch „nationaler“ Flagge segelnden Blätter, die auf Stimmenfang ausgehen, geheim aber nur börsianische, rein dynastische, eng konfessionelle oder verräterisch separatistische Interessen verfolgen.

Es gibt keine voraussetzungslose Wissenschaft und Philosophie, es gibt auch keine voraussetzungslose Politik. Jede wirkliche Entdeckung hatte eine richtunggebende Idee als treibende Kraft. Ohne den kopernikanischen Gedanken wären nicht Planeten entdeckt worden, ohne ihn hätte ein Kolumbus seine Weltreise nicht angetreten. Ohne von vornherein angenommene Hypothesen gäbe es keine exakte Physik, ohne das Erlebnis einer neuen politischen Zusammenschau, der Idee eines neuen Staatsgedankens, wird es nie ein Deutsches Reich geben. Für dieses Ideal aber gibt es bei der Kritik der Gegenwart auch Dinge, die von vornherein klar sein müssen.

Es gibt heute weder in Europa noch in Amerika einen wirklichen Nationalstaat. Das erstrebte Ideal wurde durchkreuzt, weil es meist nur außenpolitisch wirksam wurde. Innerpolitisch herrschte die rasse- und volkslose Demokratie. Die Wirtschaft ist heute nicht beaufsichtigte Dienerin einer Nationalpolitik, sondern die Staaten sind Gegenstände in der Hand internationaler, zu neun Zehntel jüdischer Privatsyndikate geworden.

Der Kampf auf sozialem Gebiet wird seit siebzig Jahren in falscher Front geführt. Der internationale Gedanke der Demokratie und des Marxismus, beidemal unter jüdischer Finanzführung, war stärker gewesen als die Erkenntnis einer völkischen Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen. Die Arbeiterbewegung wurde vom gesamten Marxismus verraten und wird es tagtäglich weiter. Jeder bewußte Marxist ist ein Hochverräter am Deutschen Reich. Die Schuld am heutigen Betrug liegt im vorsätzlichen Verrat des internationalen marxistischen Führergesindels, aber auch auf seiten der angeblich nationalen Wirtschaftskreise, die außenpolitisch national waren, innerpolitisch den Arbeitnehmer aber nur zu oft bloß als Wirtschaftsobjekt betrachteten.

Wahrer Nationalismus bedeutet in erster Linie Volks- und Rassenschutz, d.h. staatliche Kontrolle über den Privatkapitalismus, rücksichtslose Durchsetzung aller Maßnahmen, die die Gesundung der schwer arbeitenden Schichten des Volkes verbürgen. Nicht sozial darf ein Staat sein, d.h. nicht mildtätig, nicht beispringend, gefühlsselig, sondern gerecht, sozialistisch, pflichtbewußt. Nationalpolitik nach außen heißt Machtsicherung für das Volk, Nationalpolitik nach innen heißt Sozialismus. Das eine ist Sicherung des Ganzen, das andere Sicherung des einzelnen. Der völkische Staat der Zukunft ist also - nationalsozialistisch. Die Zeit wird beweisen, daß dieser Gedanke siegreich sein wird. Das Alte ist zerbrochen, wenn es vielleicht auch nur wenige Millionen fühlen und nur einige Tausend wissen. Der neue Staatsgedanke wird sich erproben müssen, wie die Schiffe des Kolumbus, als sie, um nach Osten zu gelangen, nach Westen fuhren.

Aus diesem Grunde tritt der neue Gedanke gesetzgebend in Erscheinung. Er kennt keine Zugeständnisse, kein Liberalität, kein „menschliches Verstehen“ anderen Gedanken gegenüber. Dem einzelnen unbewußten, suchenden, strebenden Menschen kann man die Hand drücken, geistig mit ihm ringen, dem demokratisch-parlamentarischen und marxistisch-bolschewistischen System aber ist der Kampf erklärt worden, der nur Sieg oder Niederlage kennt.

Im Mittelalter stritten die Völker unter der Losung: hie Papst, hie Kaiser. Später hieß es: hie Katholik, hie Protestant. Dann hie Monarchie, hie Republik. Das ist vorbei. Heute hat man sich zum Wesentlichen durchgerungen, aus dem alle diese verschiedenen Kampfrufe stammten: hie internationaler Machtgedanke, hie völkische Selbstbehauptung. Dieser eine Gedanke, wirklich innerlich erlebt, läßt uns die heutige Welt und die Geschichte anders anschauen als früher. Er fordert aber auch auf allen Gebieten des Lebens eine neue Antwort auf die neuen Fragen der Gegenwart, die so chaotisch, so schmachvoll ist in vielem, und in der es doch wert ist, für die Zukunft zu kämpfen.

Alle Enttäuschten, alle Suchenden und Strebenden wollen wir sammeln: unsere betrogenen Handarbeiter wie den verratenen Mittelstand und alle jene Soldaten, die mit blutendem Herzen sehen müssen, daß sie bisher umsonst gekämpft und geblutet haben. Der zwei Millionen toter Helden muß sich das ganze Volk wieder erinnern, der darbenden Frauen und Kinder, um Liebe zu gewinnen zu seiner Zukunft und Haß, brennenden Haß gegen seine jüdischen und entdeutschten Verräter. Nicht mit Stimmzetteln wird des deutschen Volkes Schicksal entschieden werden, sondern zunächst durch eine innerpolitische Machtprobe, auf die es wohl bald gestellt werden wird, wenn gewisse Strohmänner ihre Schuldigkeit getan haben werden. Diese Machtprobe allein wird entscheiden, ob die internationale Zersetzung oder der deutsche Lebenswille den stärkeren Antrieb ausübt. Siegt der erste, so wäre ganz nüchtern festzustellen, daß Deutschland mit Recht zugrunde gegangen wäre. Ein volk, das nichts zu sagen hat in seinen Schicksalsstunden, soll vom Erdboden verschwinden, je schneller desto besser. Die neue Bewegung ist jedenfalls willens zu erklären: Deutschland wird entweder ein völkischer Staat oder es soll mit uns untergehen.

In diesen Kampfgedanken wollen wir Deutsche aller Stämme und aller Länder vereinen. Wir geben uns keiner Täuschung hin über die verzweifelte Lage unseres Volkes. Wir wissen, wie schwer es ist, auch nur eine kleine Schar leidenschaftlicher, zugleich aber bewußter Kämpfer zu sammeln. Wir sind auch keine Pharisäer, um uns als unfehlbar und als engelhafte Apostel auszugeben. Wir wissen, daß wir im Einzelnen auch irren können und werden. Wir wissen, daß Schlappen und Rückschläge in der deutschen Freiheitserhebung kommen werden. Das alles aber wird uns keine Sekunde irre werden lassen, weder wird der Wille erlahmen, noch wird der Weg verlassen werden. Am wenigstens aber wird das Ziel unseren Augen entschwinden.

Wir danken allen unseren Freunden, die uns durch alle Zeit hindurch ihr Interesse durch Zuschriften und Nachrichten gezeigt und uns auch materiell unterstützt haben. Wir bitten sie, dies auch weiter zu tun. Sie mögen überzeugt sein, daß, wenn auch nicht alles verwertet werden kann, keine Anregung unbeachtet vorübergeht. Wir bitten sie gerade jetzt dringend: Helft, trotz der schweren Zeit, mit dem Bewußtsein, daß jeder Deutsche an seiner Stelle, ob er in München, Neuyork oder Tokio wohnt, mitzuarbeiten, mitzuleben hat für das, was uns als einziges Ziel vorschwebt: das völkische Großdeutschland.

Die Anschauungen über Mittel und Wege mögen verschieden sein. Diesen verschiedenen Anschauungen soll im „V.B.“ ein breiterer Platz als bisher zur Verfügung stehen. Wer glaubt, wirklich etwas zu sagen zu haben, möge hervortreten, gleichviel welchen Standes er sei. Wir gestehen dabei, einen ehrgeizigen Wunsch zu haben: daß der „Völkische Beobachter“ das Organ der kommenden Freiheitserhebung wird, das Blatt des ringenden, suchenden, jungen Deutschlands, das nicht nur verstehend zurückblickt, sondern vorwärts will, des Deutschlands, das vom Bewußtsein des Rechts der Gegenwart den Willen zur Macht für die Zukunft erhält.

Quellen

Anmerkungen

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