Sippenforschung

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Dr. Achim Gercke


Inhaltsverzeichnis

Sippenforschung.

Lebensanschauliche Grundlage

Die bisher gültige Geschichtsbetrachtung liberalistischer Prägung hat alles das, was war, für vergangen und tot gehalten und damit gleichzeitig für unfähig, wieder einmal lebendig werden zu können. Im Gegensatz dazu steht die Auffassung der nationalsozialistischen Revolution, die den teifsten, ewigen Strom deutschen Werdens als ein rassebedingtes Schicksal empfindet. Der Nationalsozialismus knüpft also bewußt an die großen Zeiten deutscher Geschichte, an die ergreifenden Schicksale der Größten seines Volkes, an die Zeiten der Volkwerdung überhaupt wie auch an die germanische Vor- und Frühgeschichte an. Er hält das Echte und Wesentliche, das aus dem deutschen Wesen Geborene, das Artentsprechende, für nur verschüttet und zu lebendiger Wirksamkeit fähig. Ja, er weist den geschichtlichen Tatsachen einen ungeheuren Gegenwartswert zu. Die Aufgaben unserer Zeit werden an den großen geschichtlichen Geschehnissen gemessen und gewertet und erhalten durch sie eine Weihe und auch den Glanz des schicksalhaften Geschehens.

Die Geschichtsbetrachtung, die an das Vergangene anknüpft und Linien der Entwicklung von der Vorzeit bis heute sieht, stimmt mit dem naturwissenschaftlichen Denken überein, das den Entwicklungsgedanken zur Voraussetzung hat. Die Germanen der deutschen Frühgeschichte und die heutigen Deutschen sind im Wesentlichen und Besten dieselben Menschen, denn sie sind gleicher Art, da sie die gleiche rassische Herkunft besitzen. Dabei sollen die heutigen Menschen und ihre Vorfahren nicht als völlig übereinstimmend bezeichnet werden, sondern die Entwicklung und Vermischung und das geschichtliche Werden hat ein Abstands- und Unterschiedsverhältnis geschaffen, das sich freilich in bestimmten Grenzen gehalten und nach den Gesetzen der Vererbung vollzogen hat und dabei den ewigen und unabänderlichen Bestandteil, die deutsche Art, unverfälscht gelassen hat. Hierauf fußend hat die naturwissenschaftliche oder biologische Geschichtsbetrachtung den unverlierbaren Besitz im Rassischen deutlich herausgestellt und als einen Wert erkannt, um dessen Erhaltung das ganze geschichtliche Ringen geht.

Bei solchen allgemeinen und großzügigen Betrachtungen ist es allerdings schwer, Stellung und Bedeutung und damit die Aufgabe des einzelnen, des heute lebenden Volksgenossen deutlich zu erkennen. Vertieft man aber das Bild des Volkes als das eines Organismus, dann sieht man plötzlich die sinnvolle Zuordnung des einzelnen zur Volksgesamtheit und versteht das gegenseitige Verhältnis zueinander.

Wie der Organismus als Zellen aufgebaut ist, so besteht auch das Volk aus Zellen, nämlich den Familien. Die Zelle stellt das Leben des Organismus dar und bedeutet zugleich das Lebensgesetz. Analysiert, zergliedert man den Organismus bzw. die Zelle, so wird man zwar einzelne Bestandteile feststellen können, aus diesen kann man aber die Zelle mit ihrem Leben nicht wieder zusammensetzen. Die Zelle ist der Träger der Lebenskraft, die Familie als Zelle im Volksorganismus der Träger der Lebenskraft des Volkes.

Somit wird deutlich, daß sich nicht einfach Generation um Generation ablöst, sondern das Volk in Familien und Sippen lebt und aus ihnen sein Leben erhält. Ein gesetzmäßiger Ablauf regelt das Leben des Volkes; um ihm gerecht zu werden, muß man dieses Lebensgesetz näher kennenlernen.

Die Familie läßt sich nicht nach einem verstandesmäßig noch so gut erklügelten Plan aufbauen, sondern sie wächst nach einem lebensgesetzlichen Vorgang, der durch den bewußten Zugriff eher gehemmt als gefördert werden kann. Der Vorgang, der hier gemeint ist, ist das innere Gesetz, „das Gesetz der Sippe“1), das in den gesunden Menschen steckt und sie zwingt, aus innerem Pflichtbewußtsein und naturbedingtem Drang dasselbe zu erfüllen, was die Ahnen in früheren Generationen ebenfalls geleistet haben. So wie die Zelle im Organismus aus sich neue Zellen schafft, und so wie nur hierdurch lebendige Zellen entstehen können, so bringt auch die Familie neue Lebenskerne hervor, und nur sie. Aus dem Erlebnis von der Familie, von Vater und Mutter, vom deutschen Elternhaus entspringt der Wunsch und Wille, selbst ebenfalls eine Lebenszelle des Volkes zu begründen und das Erbe an eine neue Generation weiterzugeben, in dem Glauben, auch in diese mit der gleichen Stärke das innere Lebensgesetz hineinlegen zu können.

Wer deshalb meint, die Familie sei eine bürgerliche Angelegenheit und ein Feind des revolutionären Denkens, der übersieht die revolutionäre Tat, zu einem biologischen Denken zurückgekehrt und vorgestoßen zu sein. Der Instinkt der Menschen, nicht ihr Verstand, die Natur selbst hat die Form der menschlichen Gemeinschaft geschaffen, die einzig und allein Träger des Willens für die Zukunft zu sein vermag. Gewiß entstehen auch Kinder aus lockeren Verhältnissen zwischen den Menschen. Aber wie steht es um das Schicksal des unehelichen Kindes, besser gesagt, des vaterlosen, die Familie entbehrenden Kindes? Das, was von Natur aus gesund ist, will gesund erhalten werden. Kann die Mutter so für ihr Kind sorgen, wie es nötig wäre, wenn der Vater gar nicht oder nur unvollkommen für sein Kind und auch für sie selbst die Last des Geldverdienens übernimmt, wenn die Mutter selbst ihr Brot verdienen muß? Ganz besonders fehlt dem Kinde aber das Erlebnis der Familie, des Elternhauses, und immer wird dies Kind allein bleiben, ohne einen Bruder und ohne eine Schwester. Die uneheliche Mutter kann in der Regel nicht mehr als ein Kind selbständig ernähren und großziehen; ihre Möglichkeiten, sich doch noch zu verheiraten, sinken fast vollständig herab, denn es gibt nicht allzu viele Männer, die eine Frau mit einem Kind heiraten wollen. Man vergißt allzu leicht, daß neben den nur durch die Vererbung vorhandenen Anlagen einen wesentlichen und wichtigen Einfluß die Erziehung besitzt, besonders die, die in einem Vorleben besteht und durch die Menschen geschieht, die doch als Eltern von der Natur zu den berufensten Erziehern bestimmt worden sind. Geschichte und Tradition, Haltung und Führung, das Erlebnis von Not und Kampf und Treue formen und bilden am Menschen, und niemand kann das so klar erkennen wie die Frontgeneration mit dem Erlebnis des Krieges und die Kämpfer für den nationalsozialistischen Sieg. Deshalb ist gerade unsere Zeit am besten davor geschützt oder sollte es wenigstens sein, die Vererbung allein zu sehen und darüber den Wert der Erziehung zu vergessen. Der Nationalsozialismus ist, um mit den Worten des Führers zu sprechen, eine Frage der Erziehung. Deshalb schulen wir und halten wir Vorträge, weil in jedem von uns etwas steckt, das aufgerufen werden muß, weil wir untergehen würden, wenn wir nicht zur Selbstbesinnung kommen, weil wir das Ende sehen könnten, wenn wir uns nicht aufrafften.

Falsche Propheten behaupten jetzt, man könne die Zahl der Kinder in der nächsten Generation steigern, wenn man das eneheliche Kind fordere. Sie ahnen nicht, daß sie unbewußt Prediger des Bolschewismus sind. Der Bolschewismus sieht in der Familie wie auch im Besitz eine seiner Welt feindliche, also bürgerliche Erfindung. Wir sehen in der Familie die einzige Möglichkeit, eine gesunde Bevölkerungspolitik treiben zu können, um wirklich dauerhafte Erfolge auf diesem Gebiete verzeichnen zu können. Die Familie ist nicht der auf einige Menschen erweiterte Egoismus des einzelnen, sondern tatsächlich als Lebenszelle des Volkes Dienerin der Volksgesamtheit. Nicht Kinder soll die nächste Generation umfassen, Tausende, Millionen einzelner Kinder, sondern Menschen, die ein inneres Gesetz in sich tragen, die bereit sind, neue Lebenskerne zu bilden.

Einen Feind besitzt die Familie allerdings: die Organisation, denn dem Organismus steht immer das Organisatorische feindlich gegenüber. Nur dann, wenn die Organisation tatsächlich und nicht nur theoretisch bereit ist, dem Volksorganismus zu dienen, also auch bereit ist, für die Familien und Sippen als Zellen dieses Organismus zu sorgen, wird sich diese polare Gegensätzlichkeit als eine nützliche Ergänzung herausstellen können.

Niemand kann bezweifeln, daß wir an mancher Stelle eine unerträgliche Vorherrschaft der Organisation erleben, daß wir hier und da noch überorganisiert sind. Niemand kann auch bestreiten, daß gerade die Besten und Fähigsten, die Auslese, so vollkommen von den Tagesaufgaben gefesselt und restlos in Anspruch genommen werden, daß sie weder einmal zu sich kommen können, noch mit den Menschen zusammenleben, die die Natur ihnen zur Lebensgemeinschaft bestimmt hat. Und diese können also weder eine Familie gründen, noch in ihr und mit ihr leben. Und deshalb werden sie unvereiratet oder kinderlos bleiben, Ehen führen, die an Entfremdung zwischen den Ehegatten sterben, Familien haben, die eine Last und kein Glück, eine Pflicht und keine Erfüllung, ein gesetzliches Rechtsverhältnis darstellen und kein Leben besitzen. Und gerade um diese Menschen ist es schade, denn sie sind Idealisten und wertvoll. Und scheiden sie aus der Fortpflanzung aus, dann wird das Volk nochmals auf wertvolles Erbgut verzichten müssen.

Deshalb ist es wichtig, von der abstrakten Behandlung der Rassefragen, von der die Eitelkeit und den Individualismus des einzelnen hervorrufenden Überwertung des Erscheinungsbildes abzugehen und ein biologisches Denken anstatt dessen zu verbreiten und eine nationalsozialistische Lebensanschauung zu begründen.

Dies alles war zu sagen, um zeigen zu können, daß die Sippenforschung, die Entdeckung der Abstammung und der Blutsbeziehungen, die Beschäftigung mit den Ahnen, ihrem Erbgut geistigen und körperlichen Inhaltes, die Lehre von der Geschichte des Blutes in der Vergangenheit mit dem Blick in die Zukunft in den Mittelpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung hineinführt und vom Leben her und nicht von einer Doktrin aus an die Rassefragen heranführt.

Aufgaben der Sippenforschung

Ebenso wie der einzelne in dem biologischen Zusammenhang mit den anderen, wie er durch Familie und Sippe ein unmittelbares Verhältnis zum Volke als Blutsgemeinschaft besitzt, ebenso kann er auch nur aus diesen Beziehungen heraus gedeutet, gewertet und beurteilt werden. Eine liberalistische Weltanschauung ließ jeden tun, was er wollte, man durfte ihn nur aus „seiner“ Art heraus beurteilen, weil man ihm gerecht werden mußte; einen allgemein verbindlichen Maßstab gab es nicht. Wir haben diesen Standpunkt überwunden.

Wir setzen dieser Auffassung usnere nationalsozialistische entgegen, die den Menschen zuerst einmal als soziales Wesen beurteilt, selbstverständlich im Rahmen des Volkes, der Nation. Wir fragen: was tust du, Volksgenosse, für die Volksgemeinschaft? Bist du ein Kamerad? Ganz besonders fragen wir aber: lebst du in deiner Familie? Bist du Vater oder Mutter und erfüllst du diese Pflichten der Gemeinschaft nach bestem Können und Vermögen im Dienst an deinem Volk?

Alles fragen, befehlen und predigen wird freilich nichts nützen, wenn wir den Menschen nicht ganz persönlich nehmen und ihm ans Herz rühren. Die Sippenforschung vermag den Menschen in persönlichster Weise zu berühren, denn die Frage nach dem Woher steckt in jedem von der Natur aus drin. Die große religiöse Frage nach Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und auch die entscheidende These des Griechentums, das „Erkenne dich selbst“, schwingen hierbei mit, wenn man fragt, woher stamme ich, welches sind die Grenzen meiner Veranlagung und welches sind die Weiten meines Erbgutes. Und jeder, der sich einmal ernsthaft an die Entdeckung seiner Ahnen gemacht hat, wird davon gepackt, und es läßt ihn nicht mehr los. Je mehr er erfährt, desto mehr möchte er entdecken.

Zwei Gründe stellen sich hinderlich in den Weg, die Sippenforschung gründlich und mit Erfolg betreiben zu können: der Mangel an Zeit und der Mangel an Erfahrung. Der Mangel an Zeit läßt sich bei gutem Willen immer überwinden. Es ist nicht zu verstehen und zu entschuldigen, daß jemand nicht einmal für die wichtigste Frage nach seiner Herkunft Zeit haben sollte, obwohl er doch seine Zeit neben seiner Arbeit immer wieder mit allerlei Ablenkungen ausfüllt, die ihm diesen inneren Gewinn niemals ersetzen können. An den führenden Nationalsozialisten kann ich es beweisen, eine wie große, ich möchte sagen, Sehnsucht in uns steckt, das unbekannte Land der Ahnen betreten zu können und sich im Spiegel der Ahnenschaft tiefer und genauer kennenzulernen. Der Mangel an Erfahrung kann auf einem anderen Wege überwunden werden. Einmal stehen demjenigen, der nicht zu forschen weiß, und die notwendigen Hilfsmittel nicht kennt, gute Bücher zur Verfügung, zum anderen sind aber auch die im Reichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde (Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 26) zusammengeschlossenen Sippenforscher bereit, tatkräftige Hilfe zu leisten. Wichtiger jedoch ist es, auch die Art und Weise, wie man Sippenforschung treibt, revolutionierend zu erneuern und die Schüler dieses Wissenszweiges nicht zu veranlassen, sofort allzu schweren und auch unwesentlichen Fernzielen nachzustreben, sondern ihnen einen Weg zu zeigen, wie sie Schritt um Schritt das Wichtige und Wesentliche feststellen und wie sie dann später aus ihrer nunmehr gewonnenen Erfahrung mehr und mehr gewinnen können. Derjenige, der einen großen Stammbaum oder eine umfängliche Ahnentafel aufgestellt hat und nichts damit anzufangen weiß oder wer die Aufstellungen von einem Verwandten übernommen und abgeschrieben hat und nun nicht weiterzubauen versteht, der hat den Sinn der Sippenforschung nicht verstanden. Sippenforschung kann und darf nie aufhören. Gerade darin, daß sie dauernd zu fesseln und anzuregen in der Lage ist, liegt der tiefste Gehalt ihres großen Erziehungswertes. Die Sippenforschung ist das beste Volkserziehungsmittel, zumal wenn sie über das übliche Schema hinauswächst und den einzelnen zu eigenem, selbständigen Sammeln und Entdecken und zu eigenem, schöpferischem Gestalten anregt.

Gerüst der Sippenforschung

In der neuen Sippenforschung unterscheiden wir die Ahnentafel, die Nachkommenstafel (Stammtafel) und die Sippschaftstafel. Ursprünglich kannte man nur die Stammreihe (Stammbaum), erst später die Ahnentafel dazu, heute gehen wir einen Schritt zur Sippschaftstafel weiter. In allen den genannten Tafeln finden die wichtigsten Personenbezeichnungen und Lebensdaten ihren Platz; besondere Feststellungen, wie erbgesundheitliche Beobachtungen oder Anlagen und besondere Fähigkeiten werden zweckmäßig in einer Sondertafel oder in die Sippschaftstafel eingetragen. Grundsätzlich werden die einzelnen Angaben in folgender Reihenfolge und Vollständigkeit ausgeführt:

Familienname, Vornamen (Rufname unterstrichen). - Beruf (Lebensgang, Schulbildung, Berufsausbildung, Stellungen jeweils mit Jahr und Ort) und Wirkungsstätte (mit Jahr und Ort), Glaubensbekenntnis. - Geburtsort2) und Geburtstag, -monat, -jahr. - Sterbeort3), Sterbetag, -monat, -jahr. - Heiratsort4), Heiratstag, -monat, -jahr.
Es folgen dann die Angaben für die Ehefrau in der gleichen Reihenfolge.
Die üblichen Zeichen in den Tafeln bedeuten:

Alle diese Eintragungen stellen das Gerüst der Sippenforschung dar und sind für sich keineswegs das Ergebnis dieser Forschung.

Ahnentafel

Die Ahnentafel führt die sämtlichen Vorfahren (Ahnen) einer Person, geordnet nach Generationen, auf. Sie enthält also den Ahnenträger (I. Generation), die Eltern (II. Generation), die Großeltern (IV. Generation), die Urgroßeltern (V. Generation) und so fort. Die Ahnentafel wächst mit steigender Generationszahl, denn in jeder Generation steht folgende Zahl von Ahnen:

Rechnet man durchschnittlich für jede Generation 30 Jahre, und setzt man unsere Generation als im Jahre 1900 geboren an, dann würden die Ahnen der nächsten Generationen in folgenden Jahren geboren sein:

Die XI. Generation wurde also noch vor dem 30jährigen Kriege geboren, die X. in ihm.

Die Ahnentafel zeigt das Bild eines Dreiecks, bei dem die Spitze der Ahnenträger bildet und die Grundlinie die oberste Ahnenreihe andeutet. Zweckmäßigerweise werden die Ahnen in einem festen Zahlensystem gezählt. Die Ahnentafel sieht folgendermaßen aus:

Schreibt man die Ahnen nach den Nummern in einer Liste auf, so erhält man eine Ahnenliste, in der ganz leicht und selbstverständlich jeweils der Vater eines Ahnen durch die doppelte Zahl, Sohn oder Tochter durch die halbe Zahl gefunden werden.

Die Ahnenliste sieht so aus:

Die Ahnentafel wird ausschließlich zum Nachweis der arischen Abstammung benutzt. Sie bildet das Grundgerüst für jede Sippenforschung, da sie sämtliche Personen umfaßt, von der eine Person, der Ahnenträger, abstammt.

Nachkommenstafel (Stammtafel)

Die Nachkommenstafel ist genau das Gegenstück zur Ahnentafel. Geht die Ahnentafel vom Enkel, dem Ahnenträger, aus, so wird die Nachkommenstafel von einem Ahnvater, Ahnherren abgeleitet, richtiger von einem Elternpaar aus früherer Generation. Die Nachkommenstafel umfaßt alle Nachkommen, die von diesem Ahnenpaar abstammen. Wie bei der Ahnentafel ist es gleichgültig, welche Namen die einzelnen tragen. Für die Nachkommenstafel gibt es allerdings kein so strenges Schema wie für die Ahnentafel, denn jeder Mensch hat zwar die gleiche Zahl von Ahnen (2 Eltern, 4 Großeltern, usw.), nicht aber eine feste und vorher bestimmte Nachkommenschaft. Dafür gibt es aber auch hier eine feste Zählung nach Generationen und laufende Zahlen für die einzelnen Nachkommen in einer Generation. Diejenigen unter den Nachkommen, die ihrerseits wieder Kinder haben, werden in der Hauptzählung weiter geführt. In diesem Falle ist die Generation I die älteste Generation, als Anfang der Nachkommenstafel.

Die Nachkommenstafel sieht folgendermaßen aus:

In dem gewählten Beispiel ist von einem Urgroßvater der Nachkommen in der jüngsten (vierten) Generation ausgegangen. Der Ahnherr hat drei Kinder, von denen nur zwei, das Kind 1 und 3, weitere Nachkommen haben, die als Glieder der II. Generation die Bezeichnung IIa und IIb erhalten haben. In der II. Generation sind 5 + 6 = 11 Kinder vorhanden, von denen aber nur fünf Nachkommenschaft aufweisen; diese haben die Zahlen IIIa bis c erhalten. Jede in der Tafel stehende Person ist durch seinen Vater und die ihm zukommende Kindeszahl bestimmt: zum Beispiel IIId 2 ist das zweite Kind von IIId.

Ein Ausschnitt aus dieser Nachkommenstafel ist die Stammtafel, auch Stammbaum genannt. In der Stammtafel werden nur die Nachkommenschaften aufgezählt, die sich von einem männlichen Nachkommen ableiten, das heißt es stehen in der Stammtafel nur die Träger eines einzigen Familiennamens. Die Töchter, die sich verheiraten, verlieren ihren Namen, also stehen ihre Kinder nicht in der Stammtafel. Im obigen Beispiel würde von den Kindern des Ahnherren Nr. 1 ein Sohn, Nr. 3 eine Tochter sein, dann würde die ganze rechte Hälfte der Nachkommenstafel gestrichen werden müssen. Ebenso würde vielleicht in der III. Generation das zweite Kind eine Tochter sein, dann sehe die Stammtafel als Ausschnitt aus der Nachkommenstafel nur so aus:

Es scheint dann so als habe der Ahnherr nur drei Nachkommen in der IV. Generation, obwohl er tatsächlich zwölf hat, von denen allerdings nur drei seinen Familiennamen tragen.

Nachkommenstafel und Stammtafel lassen sich auch bequem in der Form einer Liste wiedergeben, also als Nachkommensreihe und Stammreihe, die dann so aussehen:

Sippschaftstafel

Die Sippschaftstafel stellt eine Überschneidung von Ahnen- und Nachkommenstafel dar. In der Sippschaftstafel sollen nämlich alle Blutsverwandten (in einer bestimmten Begrenzung) stehen. Die Familie ist die kleinste Sippschaft, sie umfaßt das Elternpaar und die Kinder, also zwei Generationen. Die Sippschaftstafel in drei Generationen umfaßt erstens die Ahnentafel bis zu den Großeltern, und zweitens die sämtlichen Nachkommen der Großeltern, also die Geschwister der Eltern und deren Nachkommen ebenfalls. Entsprechend erweitert sich die Sippschaftstafel in vier Generationen. Auch in der Sippschaftstafel läßt sich eine Zählung durchführen. Die Zählung fußt auf der üblichen Zählung der Ahnentafel und benennt die Geschwister mit Buchstaben, deren Kinder wieder mit Zahlen und so fort:

Im obigen Beispiel handelt es sich um eine Familie mit fünf Kindern (1a, 1b, 1c, 1d); der Vater (2) ist das zweite Kind (2b) unter vier Geschwistern (2a bis 2d); ein Geschwister des Vaters (2c) hat drei Kinder (2c 1, 2c 2, 2c 3); die Mutter (3) ist das vierte Kind (3d) unter vier Geschwistern (3a bis 3d); zwei Geschwister (3a und 3b) haben ein bzw. vier Kinder (3a 1 und 3b 1, 3b 2, 3b 3, 3b 4).

Auch die Sippschaftstafel läßt sich in Listenform darstellen und würde dann wie nebenstehend [hier: untenstehend] aussehen:

In der Sippschaftstafel müssen selbstverständlich alle Nachkommen der jeweils geforderten Ahnenreihe aufgeführt werden, also sowohl die von Söhnen als auch die von Töchtern.

Ergebnis der Sippenforschung

Nachdem das Gerüst aufgerichtet ist, muß man nun daran gehen, das Mauerwerk aufzuführen und Stein zu Stein zu fügen. Ahnentafel, Nachkommenstafel, Sippschaftstafel, sie alle stellen nur das Gerüst dar. Was jetzt folgt, das ist ein vielleicht mühsames, aber lohnendes Aufbauen. Die Fülle der Möglichkeiten kann nur angedeutet werden, es setzt hier die schöpferische Gabe des einzelnen ein und schafft neue, eigenartige [=eigengeartete; nicht: seltesame!] und aufschlußreiche Übersichten und Durchblicke.

1. Die Bildertafel5)

Nichts macht die Gerüsttafeln so anschaulich, als ihre Darstellung in Bildern, soweit man Bilder beschaffen kann. Meistens kann man mehr erhalten, als man zuerst annimmt. Nun tauchen Ähnlichkeiten und bestimmte Wesenszüge auf, die man nicht geahnt und doch im Kreise der Blutsverwandten bestätigt findet.

2. Die Berufsständische Aufteilung

Eindrucksvoll beweisen die mit Farben ausgefüllten Tafeln, in welchen Berufen sich das Ahnenerbe ausgewirkt hat. Praktischerweise werden folgende Farben gewählt.

Männer im Viereck Bild:Sippenforschung_l.png, Frauen im Kreis Bild:Sippenforschung_m.png

silber = Ehefrau
grün = Bauer, Förster, Landwirt
dunkelbraun = Arbeiter
hellbraun = Handwerker
gelb = Kaufmann
orange = Künstler
rot = Soldat
lila = Pfarrer
blau = Arzt
schwarz = Beamter
grau = Jurist

Niemand ahnt, wie lebendig mit einem Male die Tafeln werden.

3. Die Statistische Auswertung

Kinderzahl, Lebensalter, Heiratsalter, Altersunterschied zwischen den Eheleuten und ähnliches kann statistisch erfaßt und auch in Kurven aufgezeichnet werden. Die Lebenstüchtigkeit wird deutlich gemacht.

4. Die gesundheitlichen Feststellungen

Todesursache, Krankheit, organische Leiden und anderes kann aufgezeichnet werden. Erbkrankheiten und ihr Erbgang können beobachtet werden.

5. Die Aufzeichnung über die Begabungen

Besondere Fähigkeiten und Veranlagungen werden in ihrem Erbgang festgestellt.

6. Die Beschreibung der Lebensschicksale

Bedeutungsvoll ist die Feststellung, wie sich Vorfahren und Blutsverwandte in besonderen Verhältnissen verhalten haben und wie sie mit ihrem Schicksal fertig geworden sind.

7. Die Übersicht über die Herkunftsorte

Die Heimat besitzt einen entscheidenden Einfluß. Wo stammen die Vorfahren her? Wohin sind ihre Kinder gegangen? Welches war der Stammhof, wer erbte ihn? Wer wurde bodenständig? Diese und ähnliche Fragen lassen uns tiefe Einblicke in die Welt der Ahnen tun.

Man mag noch manche wesentliche Frage zu stellen haben. Jedesmal läuft sie darauf hinaus, den eigenen Wert, den Wert des Ahnenerbes tiefer und besser verstehen zu können. Und erst das Wissen um den Wert erzeugt die Bereitschaft zu seiner Verteidigung. Das, was gesund ist, muß gesund erhalten werden, was krank ist, muß bekämpft und besiegt werden. Gesunder Wert muß zu gesundem Wert finden. Verwandte des Geistes, der Rasse, der Heimat sollen zueinander finden. Das kommende Geschlecht wird um so harmonischer und damit lebenssicherer sein, je mehr die Eltern die Kräfte der Harmonie besitzen, das heißt Übereinstimmung oder Ergänzung. Daher ist die rassische Mischehe ein Irrgang der Entwicklung, daher muß diese falsche Entwicklung unter allen Umständen abgebrochen werden und ein hinauf und hinan gefunden werden, in dem jeder Wert und Kraft seiner Art kennenlernt. Er beugt sich dann dem großen, allgemein verbindlichen Gesetz, das jeden von innen her verpflichtet: zu erfüllen, was er erfüllen kann, zu halten, was er verspricht, zu handeln, wo er handeln kann und muß.

Und keinem Zweifel kann es unterliegen, daß der, der die Sippenforschung ernst und im Sinne ihres besten inneren Gehaltes betreibt, frei ist von engherziger Doktrin, blasser Lehre, grauer Theorie und blöder Verallgemeinerung, er ist ein Mensch, der dem Leben nachgespürt hat und der selbst lebendig ist. Denn wir brauchen lebendige Menschen und keine Theoretiker, Schwätzer und Siebenmalkluge. Leben zeugt Leben. Lebendige Menschen schaffen mehr als Worte, lebendige Menschen stellen etwas dar. In der Familie kann man nichts werden, nur etwas sein. Und die Geschichte wird ihr Urteil über unsere ganze Bevölkerungspolitik und rassenpolitischen Maßnahmen eines Tages nicht danach bemessen, ob wir die Ursachen des rassischen Unterganges genau erkannt, sondern ob wir sie zu beseitigen verstanden haben, nicht danach, ob wir vor unseren Mitmenschen für eine große Aufgabe zu kämpfen scheinen, sondern ob wir tatsächlich Kämpfer sind mit Worten und Werken. Mehr sein als scheinen! Nationalsozialist ist man nicht nur weltanschaulich, sondern auch in der Erfüllung der Pflichten gegenüber der biologischen Lebensgemeinschaft, der Familie. Die Sippenforschung predigt nationalsozialistische Lebensanschauung und innere sittliche Haltung, von der alles abhängt. Das Leben des Volkes wächst auf dem Boden von Sitte und Recht. Darum geht der Kampf. Und in diesem Kampf die Fahne hoch!

1) Vergl. Gercke, „Das Gesetz der Sippe“, 12. bis 16. Tausend, Berlin 1934, Verlag für Standesamtswesen. 0,70 RM.
2) Handelt es sich um die Zeit vor 1876, also den Taufeintrag, so ist die Kirche hinzuzufügen.
3) Soweit bekannt, ist der Begräbnisfriedhof anzugeben.
4) Vor 1876 ist in jedem Falle die Kirche anzugeben, in der die Vermählung stattfand.
5) Siehe die Bildertafel im „Schulungsbrief“, Folge 8.

Quelle

Anmerkungen

Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben (Abgesehen von den nummerierten Überschriften). Im Original enthaltene Seitenfußnoten wurden zu Endfußnoten umgewandelt und entsprechend neu durchgezählt.

Verweis

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