Nicht mehr „Polizeidiener“
Aus NS-Archiv
Nicht mehr „Polizeidiener“
Reichsführer SS. Himmler über die Polizei
- Berlin, 16. Januar.
Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei Himmler sprach am Freitag um 20.15 Uhr anläßlich des Tages der Deutschen Polizei 1937 im deutschen Rundfunk. Himmer führte ua. aus:
Bei der Machtübernahme vor nunmehr vier Jahren, im Jahre 1933, fanden wir Nationalsozialisten die Ihnen allen bekannten jüdisch, zentrümlich, marxistisch und zT. sogar kommunistisch durchsetzten Länderpolizeien vor. In Preußen übernahm Ministerpräsident Herman Göring die Polizei in seine starke Hand; er schuf aus ihr in den Jahren 1933 und 1934 das Institut der Geheimen Staatspolizei und bildete aus den Reihen der uniformierten Polizei, die man in der Systemzeit, mit dem Gummiknüppel versehen, zu Bütteln und Polizeidienern degradiert hatte, einen soldatischen Beamtenkörper.
Im Laufe des Jahres 1935 war die Organisation der truppenmäßig aufgestellten Landespolizei im Reiche, deren Aufbau Ministerpräsident Göring dem altbewährten Nationalsozialisten SS.-Obergruppenführer und General der Polizei Daluege übertragen hatte, abgeschlossen; sie konnte nunmehr in andere Aufgabengebiete überführt werden. Die Kriminalpolizei konnte zur selben Zeit auf die erfolgreiche Bekämpfung des Berufsverbrechertums zurückblicken. Die ungeheuer angeschwollenen Zahlen aller Verbrechen, Morde, Raubüberfälle, Einbrüche, Diebstähle usw. waren in knapp drei Jahren weit unter das Maß anderer europäischer Länder herabgedrückt.
Kriminalpolizei und Geheime Staatspolizei wurden zur Sicherheitspolizei zusammengefaßt, deren Chef ein alter bewährter Nationalsozialist und SS.-Führer, SS.-Gruppenführer Heydrich, ist. Gleiche Bezeichnungen der Dienststellen im ganzen Reich, die Einführung gleicher Kriminalausweise und Kriminalmarken sind äußere Zeichen einer innerlich ebenfalls auf den gleichen Stand kommender Organisation. Schutzpolizei, Gendarmerie und Kommunalpolizei wurden in dem Hauptamt „Ordnungspolizei“, dessen Chef General Daluege ist, zusammengefaßt. Auch hier begann die Arbeit der äußeren Angleichung mit der Einführung gleicher Dienststellenbezeichnungen und Dienstränge und einer gleichen Uniform in ganz Deutschland.
Ich wende mich jetzt den Aufgaben der Zukunft zu. Wenn ich einzelne Aufgaben nenne, so greife ich als erste die Regelung der Frage der Verkehrspolizei heraus. Die Verkehrspolizei lag bisher in den Händen des Verkehrsministeriums. Durch das Verständnis des Reichsministers v. Eltz wurden mir als Chef der Deutschen Polizei die Befugnisse der Verkehrspolizei auf die Dauer von zwei Jahren übertragen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, durch eine bis ins kleinste gehende Organisation zur Warnung vor den gefährlichen Stellen auf den Straßen, durch Einrichtung der motorisierten Straßenpolizei, die in rund vierzig größeren und kleineren Bereitschaften über das ganze Reich verteilt ist, gerner durch Zusammenarbeit mit dem sich zur Verfügung stellenden NSKK. unter Führung des Korpsführers Hühnlein die völlig sinnlose und durch nichts zu verantwortende hohe Zahl von Verkehrstodesfällen und Verletzungen wertvollster deutscher Menschen auf ein Minimum herabzudrücken.
Ich darf Ihnen zwei weitere Gebiete aus der Fülle des Notwendigen vor Augen führen: Die Bekämpfung der Vergehen und Verbrechen gegen den Paragraphen 175 [Anmerkung: Dieser Paragraph stellte gleichgeschlechtlichen Beischlaf, Unzucht mit Tieren und andere gesellschaftsschädigenden sexuellen Abartigkeiten unter Strafe] und die Bekämpfung der Abtreibung.
Eine dritte Aufgabe, die ich herausgreife, ist die weitere radikale Bekämpfung der kriminellen Verbrechen. Wir werden uns hier nicht scheuen, gegen alle unverbesserlichen asozialen Elemente vorzugehen.
Die deutsche nationalsozialistische Polizei ist nicht wie in früheren Jahrzehnten der Polizeidiener eines absoluten oder konstitutionellen Staates gegen das Volk, sondern aus dem Volke kommend die Polizei für dieses deutsche Volk.
Quelle
- Der Angriff - 17. 01. 1937, S. 7