Kampf um Brot

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Nur ein unabhängiges Volk kann frei sein. Nur ein Reich, das aus sich selbst heraus die Kräfte zu schöpfen bemüht, die es bislang von anderer Seite zu Lehen erhielt, wird auf die Dauer seinen Platz in der ersten Reihe des Zuges der Nationen behaupten können.

Das Ringen des deutschen Volkes um eine möglichst weitgespannte Unabhängigkeit von fremder Einfuhr ist in vollem Gange. Ein neuer Ufa-Kulturfilm „Kampf um Brot“ (Herstellungsgruppe Dr. Westerkamp, Regie Dr. Ulrich Kayser), der im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand gedreht wurde, zeigt, wie in heißem Ringen um jeden Meter urbar gemachten Bodens für die Zukunft die Gewähr unseres eigenen, täglichen Brotes geschaffen werden soll. Er zeigt, wie in Zeiten von Knappheit und Teuerung der Begriff der „Brotkarte“ vermieden werden kann, der uns allen noch vom großen Kriege her in beängstigender Erinnerung ist.

Und so führen uns schon die ersten Bilder dieses Films in jene Notzeit zurück, in der deutsche Mütter um das tägliche Brot für ihre Familien bangen mußten. Wir sehen Frauen, Kinder und alte Männer in Schlange vor einem Brotladen stehen. Kein Brot – kein Gebäck ist in diesem Laden vorhanden. Auf ein nüchternes Plakat heftet die Kamera ihr Auge, und auf diesem Schild steht nur der eine Satz: „Ab 4 Uhr Brotausgabe auf Brotkarte D 001 – G 500.“ Mit einer Überblendung geht die Kamera jetzt auf dasselbe Schaufenster, nun reich gefüllt mit Brot und anderen Backwaren. In der Mitte steht eine Torte, die die Aufschrift trägt: „1935.“ Aber es sind Einfuhrprodukte, die überall verwendet werden. Wir sehen in wunderbaren Bildern Hamburgs großen Zollhafen mit seinem turbulenten Betrieb, seinen Riesenkranen und Getreideelevatoren. Wie sind dabei, wenn Tausende von Kisten mit fremdländischen Aufschriften aus dem tiefen Bauch der Ozeanschiffe in deutsche Eisenbahnwaggons umgeladen werden. Warum diese Milliardeneinfuhr? Warum hungerten wir im Weltkrieg? Ist Deutschland nicht ein fruchtbares Land? So ertönt jetzt die Stimme eines unsichtbaren Sprechers. Und wir erblicken die wogenden Getreidefelder, die weiten üppigen Viehweiden unserer Heimat. Aber ein Drittel des deutschen Bodens ist noch unfruchtbar! Kilometerweit streift die Kamera nun hoch oben im Flugzeug über trostloses Ödland und unfruchtbares Sumpfgebiet. Hochwasser und Dammbrüche zerstören unser kostbares Land. Mit zäher Energie versucht der einzelne Herr zu werden über die Gewalten der Natur. Aber er allein wird es nicht schaffen: Ganz Deutschland muß helfen! Und aus einem Spaten werden Hunderte, und aus einem Bauer werden hundert Arbeitsdienstmänner.

„Gerade diese Aufnahmen in den Lagern und Arbeitsstellen dieser Männer“ – meint der Regisseur Dr. Ulrich Kayser – „hinterließen in mir den stärksten Eindruck. Wir sahen sie überall im ganzen Land, und wir filmten sie bei den Deichbauten, an den Schöpfwerken und bei der Neulandgewinnung durch Trockenlegung des Meeres. Und wir waren bei ihnen am Feierabend, wenn sie ihre frohen Lieder sangen. Immer wieder bewunderten wir die harte Disziplin, die intensive Arbeitsleistung, die überall von derselben Idee getragen wurde: mitzuhelfen an dem Aufbau unseres neuen Reiches.“

Ein Film wurde hier fertiggestellt, dem man mit Spannung entgegensehen darf. An der Kamera stand Gerhard Müller, die Musik komponierte Rudolf Perak.


Quelle

Filmwelt vom 23. Februar 1936, Nummer 8.

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