Internationaler Betrug in Hamburg!
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Internationaler Betrug in Hamburg!
- „Völkischer Beobachter“, 23. Mai 1923.
In Hamburg geht soeben etwas vor sich, was sich zum Unheil des deutschen Volkes im Laufe der letzten Jahre schon mehrfach abgespielt hat. Da treten sogenannte internationale Arbeiterführer zu einem großen Kongreß zusammen, schwören, für Humanität, Weltfrieden und Menschheitsgewissen einzutreten, sagen dem Imperialismus und dem Kapitalismus den Kampf bis aufs Messer an und - fahren wieder nach Hause. Und dann stellt sich folgendes heraus: die Vertreter der Ententestaaten werden Munitionsminister, werden mitten unter der Herrschaft des Großkapitalismus Führer ihrer Länder, werden zu wildesten Kriegshetzern und verwandeln sich von Menschheitsaposteln im Handumdrehen zu schärfsten Nationalisten.
Da war z.B. Herr Thomas, ein französischer Marxist, der Munitionsminister von Frankreich wurde. Da war ein Vandervelde, das Haupt der zweiten Internationale; er wurde Minister im Kriegskabinett König Alberts von Belgien und erklärte noch nach dem „Friedensschluß“ in Versailles, er habe es als natürlich erachtet, die Belange seines Landes zu wahren. Neben ihm stand der Freund Karl Liebknechts, de Brouckère, ebenfalls ein angeblicher Internationaler, in Wirklichkeit ein fanatischer Nationalist, der nach der russischen Revolution in Offiziersuniform nach Petersburg und Moskau reiste, um das russische Volk zum Vernichtungskrieg gegen Deutschland aufzustacheln. Da war ferner während des Krieges der internationale Arbeiterführer Samuel Gompers, der ausgerechnet für den Vertreter des amerikanischen Großkapitalismus, Wilson, in allen Staaten herumreiste und für den Krieg gegen Deutschland Stimmung machte.
Kurz - mit Ausnahme vielleicht einiger russischer Marxisten -, in der ganzen westlichen Welt waren die Worte von Humanität und Menschheitsgewissen nichts anderes als Lügen und Bauernfängereien für die sogenannten Arbeiterführer des deutschen Volkes. Selbst Philipp Scheidemann, der 1917 Frieden bittend nach Stockholm eilte, stellte fest, daß von seiten der anderen „Genossen“ keinerlei Entgegenkommen zu erwarten sei. Aber, obwohl dieser Mann das wußte, setzte er keine Zertrümmerungspropaganda fort und lieferte zusammen mit anderen Novemberhelden das deutsche Volk den vereinigten Arbeiterführern und Marschällen, beide geleitet von der jüdischen Hochfinanz, ans Messer.
Und sie gingen dann noch hin, die deutschen Arbeiterführer, und klagten das deutsche Volk der Schuld am Kriege an. Die Eisner und Genossen fälschten Aktenstücke. Kautsky gab die Akten des Krieges in einer Weise heraus, die aller Welt wiederum die Schlechtigkeit Deutschlands beweisen mußten. Und Herr Otto Wels, der jetzige Hauptvertreter des deutschen Marxismus in Hamburg, ging nach Genf und erklärte nochmals das deutsche Volk für schuldig am Kriege.
Jetzt sind sie alle wieder beisammen, die Herren von der Internationale, und es ist selbstverständlich, daß das Hauptblatt der Partei dem sich abspielenden Betruge schon im voraus Lobeshymnen zollt.
Da ergriff der eigentliche Leiter des „Vorwärts“, der Arbeiterführer und mährische Jude Friedrich Stampfer, das Wort und erklärte kaltschnäuzig, daß ein Teil der sozialistischen Kämpfer seit dem Eintritt der Weltkatastrophe seine Stellung zum Staate geändert habe, da er „zur Auffassung gelangte, daß es unmöglich sei, praktische Arbeiterinteressen ganz losgelöst vom bestehenden Staate wirksam zu vertreten. Ihm schien es unmöglich, gegenüber den Kriegsschicksalen des eigenen Staates gleichgültig zu bleiben und so wenig ihn militärischer Ruhmesglanz und Aussicht auf Eroberung lockte, so wichtig schiene es ihm, die Niederlage mit ihren vernichtenden Folgen von dem eigenen Volke fernzuhalten“.
Mit diesem Teil der Internationale meint Herr Stampfer selbstverständlich die Arbeiterführer der Entente. Diese haben sich allerdings dem bestehenden Staate zur Verfügung gestellt, aber ihre Ansicht nicht etwa geändert, wie Herr Stampfer es freundlich beschönigen möchte, sondern im Gegenteil durch ihre Tat all ihr bisheriges Geschwätz als Bauernfängerei erwiesen. Gleich bei Ausbruch des Krieges trat der marxistische Gustave Hervé in Soldatenuniform vor die Arbeiterschaft und predigte die restlose Vernichtung Deutschlands. Und ging dann hin und taufte seine Zeitung „Humanité“ (Menschheit) in „Victoire“ (Sieg) um. In Deutschland aber reisten die Arbeiterführer von Stadt zu Stadt und erklärten, es sei gleich, ob der Krieg gewonnen würde oder nicht. Ja, einige Verräterblätter haben auch jetzt noch die Stirne, dieses zu behaupten, obgleich unter dem Drucke der verbündeten Arbeiterführer und Marschälle des Westens gerade den deutschen Arbeitern die Gurgel zugeschnürt wird.
Dann fährt Stampfer fort mit der Behauptung, daß der pazifistische Gedanke „in der zweiten Internationale tiefe Wurzeln geschlagen“ habe. Und gleich darauf erzählt Herr Stampfer, daß auch nach dem Ausbruch des Weltkrieges sich eine Trennung vollzogen habe: der eine Teil der Internationale „hielt fest an dem Gedanken, daß während des Krieges der Schutz des eigenen Volkes gegen fremde Gewalt die vordringlichste Aufgabe sei, der andere ließ diese Aufgabe hinter dem Willen so oder so zu einem Ende des grauenhaften Zustandes zu gelangen, mehr in den Hintergrund treten“. Diese Worte sind doch bloß blutiger Hohn auf unser gesamte Arbeiterschaft. Denn während die Ententeführer den Schutz ihres Volkes als die erste Aufgabe hinstellten, reisten die sogenannten deutschen Arbeiterführer von Kongreß zu Kongreß und boten hündisch bittend einen Frieden nach dem andern an. Während das deutsche Volk an der Front um sein Dasein kämpfte, erzwangen die Arbeiterführer mit anderen Verrätern Friedensresolutionen und erklärten offen in alle Welt hinaus, selbst bei einem Siege Deutschlands hätten die anderen Völker nichts zu befürchten.
Angesichts dieser Lage hatten dann die anderen Völker keinerlei Ursache, den Krieg abzubrechen, da ihnen ein ehrenvoller Friede sowieso bevorstand. Zu beachten ist an den Worten des Friedrich Stampfer, daß er erklärt, der eine Teil, also der deutsche, sei bereit gewesen, so oder so zu einem Ende zu kommen, d.h. gleichgültig, ob durch einen Sieg oder durch eine restlose Niederlage. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst sagen.
Die „Vorwärts“-Nummer, die diesen volksverräterischen Aufsatz des österreichischen Juden in ihrer Zeitung abdruckt, hat eine riesige Überschrift, die heißt: „Hamburg Glück auf! Zum Weltkongreß der sozialistischen Arbeiter-Internationale.“ Die Arbeiter-Internationale hat nie bestanden und wenn Ansätze dazu da waren, so sind sie im Kriege zersprungen und nach dem Frieden von Versailles erst recht nicht vorhanden. Angesichts des französischen Einbruchs an der Ruhr, angesichts der Vergewaltigung deutscher Arbeiter mit Hilfe französischer Proletarier im Blechhelm, wagt man, uns heute in Deutschland noch von einer - Arbeiterinternationale zu reden.
Genau so deutlich wie Herr Stampfer, spricht der neue Schupo-Oberst Hermann Schützinger in demselben Zentralorgan der marxistischen Arbeiterverräterpartei. Er erklärt folgendes:
„Im alten Staate konnte die Sozialdemokratie es sich leisten, in der zielbewußten Negation des den Staat überwuchernden Militärsystems den Kernpunkt ihrer Wehrpolitik zu betrachten.“ Damit hat Herr Schützinger offen zugestanden, daß die Sozialdemokratie Hochverrat während des Krieges und zwar zielbewußt getrieben hat. Daß Herr Schützinge das von dem Kriege „am schwersten betroffene“ Frankreich bemitleidet, ist nach all dem selbstverständlich, und daß es ausgerechnet heute geschieht, ist bezeichnend für den Geist, der noch in Deutschland regiert.
Die beiden Ergüsse des Herrn Stampfer und Herrn Schützinger zeigen wohl zur Genüge, in welcher Gesinnungsverlumpung sich große Teile des deutschen Volkes heute befinden, welcher neue Betrug sich unbeschadet der Betrüger anbahnen kann. Der Zweck des ganzen Theaters in Hamburg ist eine neue Auflage der vorangegangenen Betrügereien. Auf der einen Seite die hohlen Reden der Ententevertreter, an die der deutsche Arbeiter wie an ein Evangelium zu glauben hat, auf der anderen Seite das widerliche Auf-dem-Bauchrutschen sogenannter klassenbewußter Proletarierführer. Was auf diesem Kongreß auch beschlossen werden möge, das Ziel, weshalb es inszeniert wurde, ist jedem klar, der noch zu sehen versteht.
Wir fragen nur, was der deutsche Reichskanzler zu allen diesen Dingen zu sagen hat!
Quellen
- Völkischer Beobachter, 23. Mai 1923.
- Blut und Ehre III, S. 225-229.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.