Familienpflege
Aus NS-Archiv
Dr. Falk Ruttke
Familienpflege.
Germanischer Auffassung entspricht es nicht, von oben her, das heißt von der Staatsgewalt, für alle irgendwie vorkommenden Fälle des Lebens Verhaltungsmaßregeln zu verlangen. Der germanische Mensch, der rassisch nordisch bestimmt ist, handelt aus eigener Verantwortung gegenüber seinem Volke. Daher kann der nationalsozialistische deutsche Staat nur den Weg frei machen für die zu der Erhaltung des Volkes notwendige Erb- und Rassenpflege. Vom einzelnen Volksgenossen, von der einzelnen Familie und Sippe muß der Staat verlangen, daß sie ihrerseits nunmehr dazu beitragen, die Gedanken der Erb- und Rassenpflege durch ihr eigenes Verhalten zu verwirklichen. Das Mittel zur Durchführung der Erb- und Rassenpflege im einzelnen ist also die Familienpflege; denn die Familie ist die kleinste Lebensgemeinschaft, in der fortlaufend die Möglichkeit gegeben ist, den Gedanken der Erb- und Rassenpflege zu verwirklichen. Nur in der Familie besteht die Möglichkeit, den einzelnen Volksgenossen entsprechend seiner ihm innewohnenden guten und schlechten Erbanlagen von frühester Jugend an richtig zu leiten und zu lenken, d. h. das Beste aus den Erbanlagen durch Erziehung und Umwelteinfluß herauszuholen. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn die Eltern, in deren Händen die Erziehung der jungen Volksgenossen in frühester Jugend liegt, selbst das Notwendigste über die in ihren Kindern vorhandenen Erbanlagen wissen. Dazu ist es jedoch erforderlich, daß die Eltern selbst Erfahrungen über die in ihrer eigenen Familie und Sippe vorhandenen guten und schlechten Erbanlagen körperlicher und geistig-seelischer Art besitzen. Das wird heute noch in den wenigsten Familien der Fall sein, da während der Herrschaft der Weltanschauung des Liberalismus das Verständnis hierfür verlorengegangen ist. Der einzelne Volksgenosse sah in dieser Zeit nur immer sich. Ihm war das Verständnis, in Geschlechtern denken zu müssen, und die Fähigkeit, in Geschlechtern denken zu können, abhanden gekommen. Seien wir uns darüber klar, daß es einer großen Erziehungsarbeit, eingestellt auf lange Sicht, bedarf, um den Volksgenossen wieder hierzu zu erziehen.
In der Tier- und Pflanzenzucht überschaut der Züchter zahlreiche Geschlechter. Bei dem Menschen ist das wegen der weiter auseinanderliegenden Geschlechterfolgen nicht möglich. Der einzelne Volksgenosse übersieht im allgemeinen selbst kaum drei, im Höchstfalle vier Geschlechter. Benötigt werden jedoch Kenntnisse von mindestens sechs oder sieben Geschlechtern, um zu bestimmten Feststellungen über das tatsächliche Vorhandensein von Erbanlagen zu kommen; denn es kommt darauf an, durch richtige Gattenwahl die Stetigkeit bestimmter wertvoller Erbanlagen zu gewährleisten; es kommt nicht darauf an, Spitzenleistungen im Sinne einer Züchtung des genialen Menschen zu erzielen; sondern wichtig ist, daß das Vorhandensein von erbgesunden, rassisch wertvollen, kinderreichen Familien auf Geschlechter hinaus sichergestellt wird. Wir benötigen also irgendein Hilfsmittel, um Kenntnisse über die in jedem Geschlecht vorhandenen Erbanlagen sammeln zu können, damit sie dem Geschlecht zur Verfügung stehen, das eben nicht in der Lage ist, persönlich Kenntnis von den vorangegangenen Geschlechtern erwerben zu können. In der Vergangenheit hat man diese Kenntnisse, wenigstens soweit es sich um äußere Angaben wie Geburtstag, Verehelichung, Beruf, Sterbetag u. a. m. handelt, in der Familienbibel niedergelegt; denn dort wurden vielfach solche familiengeschichtlich bedeutsamen Eintragungen von gewissenhaften Familienvätern gemacht. Im Zeitalter des Liberalismus ist jedoch der Sinn für derartige Familienaufzeichnungen in den meisten Fällen verlorengegangen. Es ist daher notwendig, neue Wege zu suchen, um nicht nur äußere Angaben festzuhalten, sondern auch, um Aufzeichnungen über wertvolle und nicht wertvolle Erbanlagen körperlicher und geistig-seelischer Art machen zu können.
Das beste Hilfsmittel scheint mir eine Erbkartei zu sein, die in keinem Haushalt fehlen sollte. Schon seit langen Jahren sind vielfach Bemühungen festzustellen, eine solche Erbkartei so anzulegen, daß es auch ohne große wissenschaftliche Vorbildung möglich ist, die notwendigsten Aufzeichnungen in der Kartei vorzunehmen. Eine solche Kartei muß folgende Voraussetzungen erfüllen:
1. Einheitliche, übersichtliche Gesamtdarstellung aller Zusammenhänge;
2. eindeutiges, für die Gesamtkartei geltendes Eintragungsverfahren;
3. Unabhängigkeit des Eintragungsverfahrens von Einzelverhältnissen, Willkürlichkeit und Zufälligkeit der räumlichen Anordnung;
4. Möglichkeit der Einfügung neuer Forschungsergebnisse ohne Änderung und Störung der Gesamtanordnung;
5. genügend Raum für äußerliche Lebensangaben wie Geburt, Verheiratung, Tod u. a. m. und Angaben für Erb- und Rassenpflege;
6. genügender, auf alle Karten gleichmäßig verteilter Raum;
7. handliche Größe der Kartei ohne Beeinträchtigung der notwendigen Aufzeichnungen nach Umfang und Deutlichkeit.
Um die heranwachsende Jugend für die Bedeutung einer solchen Erbkartei zu gewinnen, wird es notwendig sein, die Kartei in der Familie mit den eigenen Kindern, sobald sie in der Lage sind, richtig und fließend schreiben zu können, vor den Augen der Kinder dadurch selbst entstehen zu lassen, daß die Kinder unter Anleitung der Eltern die Eintragungen in die Kartei selbst vornehmen. Der Stoff, der für diese Eintragungen zur Verfügung steht, ist so umfangreich, daß er auch für eine kinderreiche Familie zur Durchführung dieser Aufgaben ausreicht. Es ist ja durchaus der Fall denkbar, daß jedes Kind in dieser Familienarbeit so angesetzt wird, eine bestimmte Ahnenreihe jeweilig selbst zu bearbeiten. So kann allmählich der gesamte, für die Familienpflege notwendige Stoff aus dem Erbgut der Ahnen jeder einzelnen Familie selbst erarbeitet werden. Den Einwand, daß es bereits eine große Anzahl geschriebener Familiengeschichten gibt, so daß für manche Familien die von mir vorgeschlagene Erbkartei überflüssig ist, halte ich für nicht stichhaltig; denn die Familiengeschichten, die in früheren Jahren geschrieben worden sind, tragen nicht den Gedanken der Bedeutung des Erbgutes, das von Geschlecht zu Geschlecht weitergetragen wird, Rechnung. Von den Erkenntnissen der Notwendigkeit einer bestimmten Rassenpflege ist in diesen Werken auch nichts zu finden. Diese Familiengeschichten können nur als Quellenwerke vorzügliche Dienste leisten. Wenn die Kartei ihren Zweck erfüllen soll, dann muß daran gedacht werden, bei der Verehelichung eines jeden Kindes nunmehr für die zu erwartende Nachkommenschaft eine neue Kartei, die aus dem Erbgut der Jungvermählten erwächst, aufzustellen.
Über diesen Weg, der mit Hilfe der Kinder selbst erarbeiteten Erbkartei wird es langsam, aber sicher möglich sein, der Jugend das Denken in Geschlechtern beizubringen. Sie wird die Notwendigkeit der Berücksichtigung der Erb. und Rassenpflege bei der Gattenwahl richtig verstehen lernen. Kein Zweifel kann darüber bestehen, daß alle diese Gedankengänge auch von den Eltern der heranwachsenden Jugend mit der den Eltern eigentümlichen sicheren Einfühlungsgabe nähergebracht werden müssen. So wird auch auf diesem Gebiete ein Zusammengehen der Eltern mit den Lehrern ihrer Kinder in der Schule notwendig sein; denn es muß verlangt werden, daß auch in der Schule vom Lehrer der Gedanke der Blutsgemeinschaft, der Gedanke der Notwendigkeit der Erb- und Rassenpflege in den Vordergrund der familienkundlichen Betrachtung gestellt werden. Der Lehrer wird die Möglichkeit haben, im familienkundlichen Unterricht den Nachweis der Blutsverbundenheit zumindest einiger seiner Schüler und Schülerinnen zu erbringen. Wenn der Nachweis für die Blutsverbundenheit, d. h. für die Ahnengemeinschaft mehrer Schüler in einer Klasse nicht möglich sein sollte, dann sicherlich doch in der Gesamtschule. Der Lehrer kann durch Selbsterarbeitung des Stoffes für seinen familienkundlichen Unterricht in der eigenen Klasse wesentlich zum Gedanken der Familienpflege beitragen. Der Volksschullehrer auf dem Lande wird das um so mehr können, weil ja die Blutsverbundenheit in ländlichen Gegenden bedeutend größer ist als in städtischen Gebieten. Dem Lehrer erwächst also auf diesem Gebiete eine große Bedeutung seiner Tätigkeit in der Unterstützung des Gedankens der Familienpflege. Der Lehrer auf dem Lande wird um so größere Hilfsarbeiten in dieser Richtung leisten können, je frühzeitiger er selber als Lehrer in einer Dorfgemeinde eingesetzt wird; denn je länger er auf dem Lande als Lehrer in der gleichen Gegend tätig ist, um so mehr hat er die Möglichkeit, mehrere Geschlechterfolgen übersehen zu können. Der Lehrer kann also um so mehr in den Dienst der Erb- und Rassenpflege gestellt werden, je mehr er auf der einen Seite von der Notwendigkeit der Erb- und Rassenpflege selbst überzeugt ist und durch das eigene Beispiel der richtigen Gattenwahl und der Aufzucht einer frühen Schar erbgesunder Kinder bewiesen hat, daß er nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit der Tat zu seiner Gedankenwelt steht. Der Staat hat also vom Gedanken der Familienpflege als einem der großen Mittel der Erb- und Rassenpflege aus gesehen, den größten Nutzen davon, gerade die Volksschullehrerschaft möglichst frühzeitig ihrem Berufe zuzuführen, und sie möglichst lange in der gleichen Gegend zu lassen.
Um nun den Kindern die an und für sich etwas trockenen Angaben, die für die Aufzeichnungen benötigt werden, etwas lebendiger zu gestalten und um auch den rassischen Blick zu schärfen, ist es notwendig, soweit wie möglich der Erbkartei Bilder beizufügen, und zwar nicht nur Bilder aus einem bestimmten Lebensalter; denn an Hand der Bilder aus den verschiedensten Lebensabschnitten der Vorfahren soll ihre äußerliche Entwicklung erkennbar sein. So wird es auch möglich sein, an Hand von Bildern auf bestimmte Familieneigentümlichkeiten, die sich vielleicht erst im späteren Lebensalter bemerkbar machen, hinzuweisen. Über den Weg dieser zweckmäßig und leichtverständlich ausgebauten Erbkartei haben wir die Möglichkeit, die Jugend langsam aber sicher zur richtigen Gattenwahl zu erziehen; denn die Jugend muß so erzogen werden, daß sie im Augenblick der Gattenwahl unbewußt zu richtigen Entschlüssen im Hinblick auf Erb- und Rassenpflege kommt. Vergessen wir nie, daß der deutsche Mensch, gleichgültig, ob er äußerlich gesehen, einen größeren oder geringeren nordischen Einschlag aufweist, doch in seinem seelischen Verhalten im allgemeinen nordisch bestimmt ist, das heißt, daß der junge deutsche Volksgenosse sich in der Frage der Gattenwahl ungern der Anordnung von älteren Volksgenossen, auch wenn es die Eltern sind, fügt. Er will stets das Gefühl haben, selbständig auf eigenen Entschluß hin, zu handeln. Mit Rücksicht auf diese rassenseelenkundlichen Erkenntnisse ist es notwendig, die Erziehung zur richtigen Gattenwahl so frühzeitig wie möglich beginnen zu lassen, um unbewußt das Wunschbild des deutschen Volksgenossen richtig lenken und leiten zu können. Daher ist es ja auch von so großer Tragweite, in den Dienst der Erziehungsaufgabe zum Gedanken der Rassenpflege die dem Deutschen artgemäße Kunst einzusetzen. Zur Familienpflege gehört es auch, das Heim, insbesondere die Räume der heranwachsenden Jugend, mit wertvollen bildlichen Darstellungen von nordisch aussehenden Deutschen zu schmücken, das gilt nicht nur für das elterliche Heim, sondern ebenso für die Schule und überhaupt für alle Aufenthaltsräume der Jugend. Die Werbekunst in der vergangenen Zeit hat schon gewußt, was sie tat, als sie für die Werbung für bestimmte Gegenstände, zu deren Darstellung sie den schönen Menschen brauchte, rassisch gesprochen, auf den nordischen Menschen zurückgriff. Dieses Vorgehen der Werbekunst können wir in den großen Dienst unserer Erziehungsarbeit am gesamten Volke stellen, indem wir überall darauf achten, daß nur der nach unserer Auffassung schöne deutsche Mensch zur Darstellung gelangt. Dabei muß es gleichgültig sein, ob es sich um Erzeugnisse der Werbekunst, um Erzeugnisse der Kunst überhaupt oder um Darstellungen in Zeitschriften, Zeitungen und sogar um Modebilder handelt. Wenn wir Erfolg in unserer Familienpflege, dem wertvollsten Mittel der Erb- und Rassenpflege, haben wollen, dann müssen wir auch dafür sorgen, daß überall, wo Menschen zur Darstellung gelangen, in der Darstellung dem deutschen Schönheitswunschbild Rechnung getragen wird. Wenn wir so vorgehen, dann werden wir allmählich aber sicher die deutsche Jugend zu einer nach unserer Auffassung richtigen Gattenwahl beeinflussen können. Das ist jedoch eine Arbeit, die nicht in einem Geschlecht zu leisten ist, sondern hierzu sind Jahrzehnte zielbewußter, stets sich gleicbleibender Arbeit notwendig. Daher hat der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst in Anwendung dieser Erkenntnisse sich für die Verbreitung der ursprünglich von Frauenarzt Dr. med. Heinsins verfaßten „Zehn Gebote für die Gattenwahl“ eingesetzt, nachdem er sie in Gemeinschaft mit dem Reichsministerium des Innern, dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP und dem Deutschen Sprachverein in eine scharf umrissene Form gebracht hat. Diese Gebote lauten mit ihrer Begründung:
1. Gedenke, daß du ein Deutscher bist.
Alles, was du bist, bist du nicht aus eigenem Verdienst, sondern durch dein Volk. Ob du willst oder nicht willst, du gehörst zu ihm; denn du bist aus ihm hervorgegangen. Darum denke bei allem, was du tust, ob es deinem Volke förderlich ist. Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
2. Du sollst, wenn du erbgesund bist, nicht ehelos bleiben.
Alles, was an dir vorhanden ist, alle Eigenschaften deines Körpers und Geistes sind vergänglich. Sie sind ein Erbe, ein Geschenk deiner Vorfahren. Sie leben in dir in ununterbrochener Kette weiter. Wer ohne zwingenden Grund ehelos bleibt, unterbricht diese Kette der Geschlechter. Dein Leben ist nur eine vorübergehende Erscheinung; Sippe und Volk bestehen fort. Geistiges und körperliches Erbgut feiert in den Kindern Auferstehung.
Erbgut, Blutserbe ist alles das, was an körperlichen, geistigen und seelischen Anlagen dem Menschen durch seine Ahnen bei der Zeugung übermüttelt worden ist. Bei der großen Menge dieser Anlagen kann im Einzelmenschen nur ein Teil davon während seines Lebens in Erscheinung treten. Da dieses Erbgut immer wieder bei den Nachkommen in Erscheinung tritt, ist es ewig. Es ist das Erbbild, dem das Erscheinungsbild des Einzelmenschen gegenübersteht.
3. Halte deinen Körper rein!
Was dir an Gesundheit von reinen Eltern verliehen worden ist, erhalte es, um deinem Volke dienen zu können. Hüte dich, nutzlos und leichtsinnig damit zu spielen. Der Genuß eines Augenblicks kann deine Gesundheit und dein Erbgut dauernd zerstören, zum Fluche für dich, deine Kinder und Enkel. Was du von deinem zukünftigen Lebensgefährten verlangst, mußt du auch von dir selbst verlangen. Gedenke, daß du ein deutscher Ahnherr bist!
4. Du sollst Geist und Seele rein erhalten.
Erhalte, was du an Anlagen hast. Werde, was du deinen Anlagen nach sein kannst. Halte fern von Geist und Seele alles, was dir innerlich fremd ist, was deiner Art zuwider ist, was dein Gewissen dir verbietet. Aussicht auf Geld und Gut, Aussicht auf schnelleres Fortkommen, Aussicht auf Genuß verleiten gar oft dazu, dies zu vergessen.
Sei darum wahr gegen dich selbst und vor allem gegenüber deinem zukünftigen Lebensgefährten. Auf Lüge erbautes Glück zerfällt gar bald in Trümmer. Was du von deinem Lebensgefährten verlangst, mußt du auch selbst erfüllen.
5. Wähle als Deutscher nur einen Gatten gleichen oder nordischen Blutes.
Wo Anlage zu Anlage paßt, herrscht Gleichklang. Wo ungleiche Rassen sich mischen, gibt es einen Mißklang. Mischung nicht zueinander passender Rassen (Bastardierung) führt im Leben der Menschen und Völker häufig zu Entartung und Untergang; um so schneller, je weniger die Rasseneigenschaften zueinander passen. Hüte dich vor dem Niedergang, halte dich von Fremdstämmigen außereuropäischer Rassenherkunft fern! Glück ist nur bei Gleichgearteten möglich.
Die Geschichte lehrt, daß unsere germanischen Vorfahren dem Wunschbild des nordischen Menschen in hohem Maße entsprachen. Die nordische Rasse ist nach allen Forschungen die für das deutsche Volk und seine Brudervölker germanischer Sprache und ihre Entwicklung wertvollste Rasse. Alle deutschen Stämme haben einen Einschlag nordischer Rasse gemeinsam, mögen sie sich auch sonst durch Einschläge nichtnordischer Rassen unterscheiden. - Der nordische Blutseinschlag verbindet das ganze deutsche Volk. Jeder Deutsche hat daran mehr oder weniger teil. Diesen Anteil zu erhalten und zu mehren, ist heilige Pflicht. Wer sein Blut mit Fremdstämmigen außereuropäischer Rassenherkunft mischt, arbeitet der Aufartung seines Volkes entgegen.
6. Bei der Wahl deines Gatten frage nach seinen Vorfahren.
Du heiratest nicht deinen Gatten allein, sondern mit ihm gewissermaßen seine Ahnen. Wertvolle Nachkommen sind nur zu erwarten, wo wertvolle Ahnen vorhanden sind. Gaben des Verstandes und der Seele sind ebenso ein Erbteil, wie die Farbe der Augen und Haare. Schlechte Anlagen vererben sich ebenso wie gute. Ein guter Mensch kann in sich Keime (Erbgut) tragen, die in den Kindern sich zum Unglück gestalten. Darum heirate nie den einzigen guten Menschen aus einer schlechten Familie.
Wer offenen Blickes Eltern und Verwandtschaft betrachtet, wird manche Gefahr erkennen. Bist du unsicher, verlange eine erbbiologische Sippschaftstafel, frage einen mit Erbgesundheitsfragen vertrauten Arzt oder wende dich an den Reichausschuß für Volksgesundheitsdienst, Berlin NW, Robert-Koch-Platz 7.
Es gibt nichts Kostbareres auf der Welt als die Keime edlen Blutes; verdorbene Keimmasse kann keine Heilkunst in gute verwandeln.
7. Gesundheit ist Voraussetzung auch für äußere Schönheit.
Gesundheit bietet die beste Gewähr für dauerndes Glück; denn sie ist die Voraussetzung für Schönheit und seelische Ausgeglichenheit. Verlange von deinem zukünftigen Gefährten, daß er sich ärztlich auf Ehetauglichkeit untersuchen läßt, wie du es selber auch tun mußt.
8. Heirate nur aus Liebe.
Geld ist vergängliches Gut und macht nicht dauernd glücklich. Wo der göttliche Funke der Liebe fehlt, kann kein Glück gedeihen. Reichtum des Herzens und Gemütes ist die beste Gewähr für dauerndes Glück.
Darum sei deine Liebe nicht blind, sondern sehend und sich der Verantwortung bewußt! Ein kurzer Sinnenrausch ist keine echte Liebe!
9. Suche dir keinen Gespielen, sondern einen Gefährten für die Ehe.
Die Ehe ist kein vorübergehendes Spiel zwischen zwei Menschen, sondern eine dauernde Bindung, die für das Leben des einzelnen wie des ganzen Volkes von tiefer Bedeutung ist. Der Sinn der Ehe ist das Kind und die Aufzucht der Nachkommenschaft.
Nur bei seelisch, körperlich und rassisch gleichgearteten Menschen kann dieses Hochziel erreicht werden zum Segen ihrer selbst und ihres Volkes; denn jede Rasse hat ihre eigene Seele. Nur gleiche Seelen werden einander verstehen.
Ein allzu großer Altersunterschied zwischen Ehegatten gefährdet leicht das Gleichgewicht in der Ehe.
10. Du sollst dir möglichst viele Kinder wünschen.
Erst bei drei bis vier Kindern bleibt der Bestand des Volkes sichergestellt. Nur bei großer Kinderzahl werden die in der Sippe vorhandenen Anlagen in möglichst großer Zahl und Mannigfaltigkeit in Erscheinung treten. Kein Kind gleicht genau den anderen. Ein jedes Kind hat verschiedene Anlagen seiner Vorfahren ererbt. Viele wertvolle Kinder erhöhen den Wert eines Volkes und sind die sicherste Gewähr für seinen Fortbestand. Du vergehst; was du deinen Nachkommen gibst, bleibt; in ihnen feierst du Auferstehung. Dein Volk lebt ewig!
Diese zehn Gebote, die nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande großes Aufsehen erregt haben, sind ein vorzügliches Erziehungsmittel für den Gedanken der Familienpflege und sollten in allen Schulen und Räumen, in denen die Jugend zusammenkommt, aufgehängt werden; denn es geht darum, die deutsche Jugend zu einer neuen Sittenauffassung zu erziehen. Nicht über den Weg von Vorträgen über „Sexualethik“ wie in der Vergangenheit, kann dieses Ziel erreicht werden, sondern durch bewußte planmäßige Schaffung einer neuen Geschlechts- und Geschlechterzucht. An dem Wort „Zucht“ dürfen wir uns nicht stoßen: Das Wort „Zucht“ hat, wie uns die deutsche Sprache beweist, auch Anwendung auf den Menschen selbst gefunden; denn wir kennen das Wort „züchtig“, „aus der Art schlagen“, „entarten“, „unartig“ usw., alles Begriffe, die uns einen tiefen Sinn offenbaren, nämlich daß der germanische Mensch bei allem Tun und Lassen sich von dem Gedanken der Erb- und Rassenpflege leiten ließ. Sagt doch Schiller in der „Glocke“: „... Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder ...“ Auch das deutsche Volk muß wieder zurück zu einer solchen Lebensauffassung. Der Nationalsozialismus verkennt nicht, daß nach einem Zeitalter des Materialismus und Liberalismus mit ihren verheerenden Auswirkungen auch auf das persönliche Leben des einzelnen Volksgenossen eine solche sittliche Umstellung eine lange Zeit in Anspruch nehmen muß. Das Zurückfinden zur deutschen Eigenart muß langsam aber stetig vor sich gehen und darf niemals treibhausartig erfolgen. Das langsame aber sichere Zurücksinken zu einer deutschen Sittenauffassung ist für die Zukunft des deutschen Volkes notwendig. Die neue Sittenauffassung kann jedoch nur durch ein Vorleben der Erwachsenen selbst, mithin auch der Eltern, erreicht werden. Wie Voraussetzung für den Sieg des Nationalsozialismus die Blutopfer gewesen sind, so ist Voraussetzung für den Sieg der Familienpflege, der Erb- und Rassenpflege das eigene Vorleben der erwachsenen Volksgenossen. Keine noch so große „Propaganda“ wird in der Lage sein, das zu erreichen, was durch ein Vorleben der Besten im Volke geschafft wird. Der Erfolg unseres großen bevölkerungspolitischen Kampfes ist von der Erfüllung folgender Voraussetzungen abhängig:
- 1. Führung des Kampfes durch rassisch wertvolle, erbgesunde, kinderreiche Familien;
- 2. ideelle Grundlage des Kampfes, keine Verquickung mit wirtschaftlichen Dingen;
- 3. Leistungsgedanke der Eltern: Vater und Mutter der Kinder rassisch wertvoller, erbgesunder Familien müssen ihre Arbeitsleistung in ihrem Beruf vorbildlich nach ihrem besten Können gestalten;
- 4. vorbildliches Familienleben der rassisch wertvollen, erbgesunden Familien und Erziehung der Kinder aus diesen Familien zum Gedanken der richtigen Gattenwahl;
- 5. Vorleben des Grundsatzes: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ in der Familie, im Beruf und in der nationalsozialistischen Bewegung.
Das Familienleben, das durch die fortschreitende Zivilisation und durch das Zeitalter des Materialismus und der Technik und schließlich auch durch das Stadtleben eine nicht zu unterschätzende Beeinträchtigung erfahren hat, bedarf einer grundlegenden Neugestaltung, geboren aus tiefstem völkischem Empfinden für die Wesensart unseres deutschen Volkes.
Zum äußeren Anlaß für diese Neugestaltung können die Lebensvorgänge selbst benutzt werden. Oberster Grundsatz dabei muß sein: alle Familienvorgänge haben sich in der Familie selbst abzuspielen.
Sehr beachtlich ist in diesem Zusammenhang der Runderlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 6. September 1934 - III a II 3181/34 - veröffentlicht im Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung:
„Als erwünscht muß es auch bezeichnet werden, daß durch die Hausentbindung das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie gestärkt wird. Die Förderung des Familiengedankens entspricht der nationalsozialistischen Weltanschauung, während die Werbung für die grundsätzliche Verlegung möglichst aller Entbindungen in Anstalten früher vielfach einer familienfeindlichen Anschauung entsprach.“
Wir dürfen nicht vergessen, daß die Werbung für die Entbindung in Entbindungsanstalten im Grunde genommen doch nur von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus unter dem Vorwand, für die Hygiene einzutreten, gefördert worden ist. Denn es war denen, die für eine solche eintraten, völlig gleichgültig, was aus Familie und Volk wurde, ebenso ob rassisch wertvolle erbgesunde Kinder zur Welt gebracht wurden oder nicht. Es ist für uns selbstverständlich, daß diese Ausführungen nur für die normale Geburt zutreffen. Wenn jedoch, zum Beispiel bei der Voruntersuchung einer schwangeren Frau Querlage festgestellt wird, die gegebenenfalls operativen Eingriff bei der Entbindung selbst notwendig macht, dann ist es für uns selbstverständlich, daß hier nach Möglichkeit die Unterbringung in eine Entbindungsanstalt in Frage kommt; denn hier muß natürliche Vorsorge getroffen werden, daß die Entbindung unter Verwertung der neuesten medizinischen Erkenntnisse durchgeführt wird. Aber solche Fälle müssen Ausnahmefälle sein.
Auch die Feier der Namensgebung muß in den Dienst der Familienpflege gestellt werden. Hier ist vorzügliche Gelgenheit gegeben, den eigenen vorhandenen Kindern und dem Geschlecht erneut die Bedeutung des Familiennamens, die Bedeutung der gewählten Vornamen zum Bewußtsein zu bringen. Auch Ausführungen über die Herkunft des Geschlechtes und über seine besonderen Fähigkeiten können dabei berührt werden, um so allmählich wieder die einzelnen Familien zu einem bestimmten Familienstolz zu bringen. Bei dieser Gelegenheit kann auch auf etwa vorhandene Ahnengemeinschaft mit namhaften deutschen Volksgenossen hingewiesen werden, um auch hier die Blutsgemeinschaft nachweisen zu können. Nicht unerwähnt darf bei solchen Gelegenheiten die Tatsache bleiben, daß ausschlaggebend für den Bestand eines Geschlechtes die richtige Gattenwahl ist; Fälle aus bekannten und verwandten Familien, in denen durch die nicht richtige Gattenwahl ein Abstieg erfolgt ist, dürften, als erzieherisches Beispiel angeführt, ihre Wirkung nicht verfehlen.
Ganz besonders wird die Feier der Verehelichung eines erwachsenen Kindes zum Anlaß genommen werden müssen, auf die Bedeutung dieses Schrittes für das Wohl und Wehe der Familie und des Geschlechtes selbst hinzuweisen. Es muß der Jugend verständlich gemacht werden, daß die Familie und die junge Ehe nicht ausschließlich vom wirtschaftlichen Denken beherrscht sein dürfen. Nach Möglichkeit wird es notwendig sein, diese Weihestunde im Rahmen des Heimes eines Elternpaares sich abspielen zu lassen.
Rassisch wertvolle, erbgesunde kinderreiche Familien sind die Grundlagen eines jeden Staates. Die Bedeutung dieses Gedankenganges muß tief im Bewußtsein der Jugend verwurzelt sein, und dieses zu erreichen, ist eine wesentliche Aufgabe der Familienpflege, die jeden sich bietenden äußeren Anlaß benutzen muß, um darauf hinzuweisen.
Die Erziehung des Volkesgenossen auf lange Sicht, die Erziehung des gesamten deutschen Volkes zum Gedanken der Notwendigkeit der Erb- und Rassenpflege ist etwas so Grundverschiedenes von der auf Äußerlichkeiten bedachten Propaganda, die nur im allgemeinen im Einzelfalle ein bestimmtes Handeln will, daß sich alle Volksgenossen über diese grundlegenden Unterschiede im klaren sein sollten. Wer in der deutschen Volkspflege tätig sein will, der muß diese Grundunterschiede zwischen Erziehung und Propaganda verstanden haben. Im allgemeinen werden nur rassisch wertvolle, erbgesunde kinderreiche Familien in der Lage sein, für die Erziehung des deutschen Volkes zum Gedanken der Familienpflage und damit zum Gedanken der Erb- und Rassenpflege, die richtigen Wege zu finden; denn sie sind in der Lage, ihren Worten nachleben zu können; und darauf kommt es im wesentlichen an.
Wenn wir in der Aufklärungsarbeit heute bestimmte Begriffe, wie Erbkunde, Rassenkunde, Erbpflege, Rassenpflege, Volkspflege, verwenden, so tun wir dies, um durch Verwendung solcher deutschen Begriffe, die gegenständlich sind und damit dem Wesen der deutschen Sprache und dem deutschen Volkstom entsprechen, gefühlsmäßig an die deutschen Volksgenossen heranzukommen; denn jede Bevölkerungspolitik, die von Erfolg begleitet werden will, muß zwar verstandesmäßig richtig durchdacht sein, aber sie muß gefühlsartig an die Volksgenossen herangebracht werden; deshalb verwenden wir auch den Begriff „Volkspflege“ an Stelle des Begriffes „Bevölkerungspolitk“ in unserer Aufklärungsarbeit. Wir wollen damit zu erkennen geben, daß Bevölkerungspolitik nicht nur eine Sache der richtigen verstandesmäßigen Auffassung ist, sondern der richtigen gefühlsmäßigen Einstellung. Ein Volk in seiner Gesamtheit zur Volkspflege zu erziehen, kann nicht über den Weg des Verstandes allein geschehen, sondern man muß verstehen, seinen Mahnruf an das Gefühl im einzelnen Volksgenossen selbst zu richten. Nur wer in der Lage ist, die Seele im deutschen Volksgenossen für diese Gedankengänge erklingen zu lassen, der kann im wahrsten Sinne „Volkspfleger“ sein. Noch gibt es viel Arbeit auf diesem Gebiete zu leisten; denn zunächst kommt es darauf an, die Volksgenossen kennenzulernen, die willens sind, im oben ausgeführten Sinne Volkspfleger zu sein, und zwar nicht nur durch Worte und Abhandlungen, sondern durch die Tat selbst.
Quelle
- Der Schulungsbrief, I. Jahrgang, 10. Folge (Dezember 1934), S. 16-22.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben.
