Erkenntnis und Glaube
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Erkenntnis und Glaube.
- „Völkischer Beobachter“, 28. Januar 1922.
Am 29. Januar beginnt der erste Parteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei? Einer Partei? Nein und ja.
Ja - insofern, als, um eine Idee durchzusetzen, sie notwendig in einer Gruppe von Menschen zuerst verkörpert, verfochten und durchgesetzt werden muß. Je mächtiger diese Idee, um so härter muß ihr Kampftrupp sein.
Nein, - weil das, was wir wollen, nicht einer Gruppe von Menschen, nicht einer Klasse - Bürgern oder Proletariern - dienstbar sein soll, sondern dem ganzen deutschen Volk, soweit es ehrlich arbeitet.
Wir lehren nicht Materialismus und „Dienst an der Menschheit“ in einem Atem, wie es der verlogene marxistische Demagoge tut, sondern Dienst am Volkstum. Dienst am völkisch-organischen Leben, und Kampf, bewußten, rücksichtslosen Kampf allem Unechten, allem Phrasentum, allen international-unorganischen und deshalb lebenswidrigen Sirenentönen.
Einer der wenigen alten Sozialdemokraten, die die ganze naturwidrige Grundlage des Marxismus nach vollendetem inneren Zusammenbruch wenigstens zu ahnen begannen, ist August Winnig. Er war eine Zeitlang Herausgeber des „Morgen“ in Königsberg und verkündete das Deutsche als einzig mögliche Grundlage für alle Parteien. Winnig hat aus Mangel an Unterstützung seine Zeitschrift eingehen lassen müssen. In seinem Schlußwort sagt er u.a.:
„Das Dahinsterben des alten kapitalistischen Sozialismus offenbart sich vorerst in der theoretischen Ratlosigkeit und taktischen Unsicherheit der sozialistischen Bewegung. Die ersten Elemente der neuen sozialistischen Geistigkeit stoßen noch auf eine mit Mißtrauen gepanzerte Ablehnung. Der Kampf zwischen altem und neuem Sozialismus hat begonnen. Diese Zeitschrift war sich bewußt, daß sie Kämpfer dieses neuen Sozialismus war. Daß sie nun aufgehört zu erscheinen, bedeutet keine Niederlage in diesem Kampfe. Er wird weitergehen...“
Hier hat ein bekehrter Marxist das angedeutet, was wir seit Jahr und Tag ununterbrochen predigen: daß der Marxismus seinem Wesen nach und - notwendigerweise - auch in seinen praktischen Auswirkungen nichts anderes ist, als ein umgekehrter Kapitalismus, das Mittel, um Reichtümer aus einer Hand in andere Hände zu spielen und (wozu Winnig nicht den Schneid zum Bekennen gehabt hat) das Mittel zum Zerstören der nationalen Wirtschaftsfirmen, um sie internationalen und das heißt heute jüdischen Ausbeutungskonsortien zu überliefern. Marxismus ist der großangelegte politische Versuch eines Bankrottgewinns. Wenn unsere Leichtgläubigen behaupten, sie bekämpfen jeden Kapitalismus, so ist das eine Unwahrheit bei ihnen als Folge der bewußten Lügen ihrer „Führer“. Der Marxismus bekämpft schon lange unter jüdischer Führung und mit jüdischen Millionen nur das schaffende nichtjüdische Kapital, um es in die Hände der jüdischen Banken und ihres organisierten Raubkapitalismus überzuleiten.
Der Bolschewismus ist der konsequente Marxismus in Weltanschauung und Praxis, MSP. und USP. sind Etappenhaltestellen für noch zaudernde Mitläufer.
Es gibt aus dieser unseligen Geistesverwirrung nur - Umkehr, zum Zweck, den rücksichtslosen Kampf vorwärts anzutreten gegen eine Welt der Lüge und des Betruges. Möge unser Parteitag auch in diesem Sinne eine weithinhallende Kampflosung ausgeben. Es geht heute um alles: um das Große unserer Vergangenheit und um das Große unserer Zukunft, an die wir felsenfest glauben, auch wenn wir sie nicht erleben sollten.
Aber eines wissen wir: in der Zeit der tiefsten Erniedrigung, in der Zeit, da ein seelisches und geistiges Chaos in Deutschland herrscht und traurige, oft „deutschnationale“ Jämmerlinge sich an morsche Formen klammern, ohne zu fühlen, daß vieles stirbt, was lebendig schien, daß anderes aus dem Schoße des Lebens auftauchte, was sie tot wähnten, ohne zu fühlen, daß ein neuer organischer und sittlicher, und das unbewußte Drängen von Millionen ausdrückender Gedanke nötiger war als das liebe Brot, in dieser Zeit ist von München aus ein Ruf ergangen, der nicht mehr verklingen wird.
Wenn zum erstenmal in der deutschen Geschichte ein Staat geschaffen sein wird, der in seinen Taten, Einrichtungen und Willensrichtungen das Volkstum, seine Würde, Interessen als Ausgangs- und Endpunkt in Fragen des Rechts, der Religion, der Sitte, der Kunst und Wissenschaft anerkennt und bewußt durchgeführt, dann wissen wir Nationalsozialisten, daß wir seine ersten, offenen Vorkämpfer gewesen sind.
Quellen
- Völkischer Beobachter, 28. Januar 1922.
- Blut und Ehre III, S. 154-156.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.