Englands Rundfunk rötlich
Aus NS-Archiv
Englands Rundfunk rötlich
Empörte Zuschriften von Hörern an die „Daily Mail“
- London, 16. Januar.
In der englischen Öffentlichkeit wird seit längerer Zeit lebhafte Klage geführt über die British Broadcasting Company, die in zunehmendem Maße den Rundfunk in mehr oder weniger versteckter Form in den Dienst roter Propaganda stellt. Die „Daily Mail“, die in den letzten Wochen aus ihrem Leserkreis eine Flut von Zuschriften erhalten hat, konnte diese rote Propaganda wiederholt mit Beispielen belegen.
Das Blatt bringt zum Ausdruck, daß kaum einmal das Programm frei von deutlicher Linksbeeinflussung sei. Den Kommentar über die Weltlage lasse der Rundfunk von dem Journalisten F. A. Voigt geben, einem Mitarbeiter des „Manchester Guardian“, der zwar nicht der Kommunistischen Partei angehört, aber außerordentlich stark unter kommunistischem Einfluß steht. In einem anderen Falle habe man sich zu einem Vortrag unter 12 Millionen Versicherten als „typischen Arbeiter“ ausgerechnet ein eingetragenes Mitglieder der Kommunistischen Partei ausgesucht. Sozialisten hielten Vorträge über wirtschaftliche und politische Themen und dem Hörer werden für den Hausgebrauch sozialistische Bücher empfohlen. Selbst der Nachrichtendienst werde tendenziös rot gefärbt.
Den eindeutigen Beweis für die Richtigkeit der Behauptungen, die sich gegen die Rundfunkgesellschaft richten, erbringt, wie ebenfalls die „Daily Mail“ berichtet, der Fall des Biologieprofessors J. B. S. Haldane, der nach einem längeren Aufenthalt in Madrid jetzt nach London zurückkehrte. Haldane war, was besonders unterstrichen zu werden verdient, in ganz besonderer Mission in Madrid. Er war der Ratgeber der roten Machthaber für die Durchführung von Schutzmaßnahmen gegen Gasangriffe. In einem Rundfunkvortrag hat er nun seine Eindrücke über den Aufenthalt in Madrid geschildert. Er sagte zwar nichts über die viehischen Mordtaten, über den plündernden Mob, sondern lobte die rote Bevölkerung. Es sei sein größter Stolz gewesen, so erklärte er, am Weihnachtstage 1936 Bürger von Madrid gewesen zu sein.
Quelle
- Der Angriff - 17. 01. 1937, S. 7