Dietrich Eckart

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Alfred Rosenberg


Dietrich Eckart

Anläßlich des 70. Geburtstags Dietrich Eckarts am 23. März 1938 sprach Reichsleiter Rosenberg in der „Stunde der jungen Nation“ zur Hitlerjugend.
Rosenberg erzählt schlicht und einfach von seinem Freund und Kampfgenossen Dietrich Eckart. Eckarts Wirken und seine wachsenden Proteste gegen den deutschen Niedergang in den düsteren Jahren treten als entscheidende Taten für Kampf und Sieg der Bewegung vor unser Auge.
Dieser Vortrag ist ein lebendiger und wirklichkeitsnaher Beitrag zur Geschichte der Bewegung.

Am 23. März d. J. wäre einer der ältesten und mutigsten Vorkämpfer unserer Bewegung, Dietrich Eckart, 70 Jahre alt geworden. -

Ihr, meine jungen Kameraden und Kameradinnen, könnt von dem entscheidenden Wirken dieses Mannes von 1919 bis 1923 keine persönliche Vorstellung besitzen, um so wichtiger aber ist es, daß ihr alle, die ihr jetzt das Glück habt, in ein gefestigtes Deutsches Reich und in ein starkes neues Lebensgefühl unserer Nation hineinzuwachsen, innersten Anteil an der Tat Dietrich Eckarts nehmt.

In einer Zeit, da in den Novembertagen 1918 alles zusammenzubrechen schien, und Deutschland nahezu alle Hoffnung aufgegeben hatte, wieder zu erstehen, schloß Dietrich Eckart, der deutsche Dichter, sein Renaissance-Drama „Lorenzaccio“ ab, in dem der Held, ein um sein Vatererbe gebrachter Fürstensohn, an eigener Schwäche zugrundegeht, und in dem jene Weltmächte, die Deutschland nach den Novemberrevolten beherrschten, symbolisch gezeichnet in Erscheinung treten. In dieser Zeit aber entschloß sich dieser deutsche Dichter auch, seine stille Stube zu verlassen und in den Schicksalskampf der deutschen Politik einzutreten. In den Dezembertagen 1918 gab er die erste Nummer der Wochenschrift „Auf gut Deutsch“ heraus, die heute für sich den Ehrentitel beanspruchen darf, die erste nationalsozialistische Zeitschrift gewesen zu sein. Die erste Ausgabe war ein leidenschaftlicher Aufruf an alle noch vorhandenen Widerstandskräfte im deutschen Volk, eine Absage an die gesamte Parteienwelt dieser Zeit und ein Appell an die stärksten Persönlichkeitsinstinkte des deutschen Menschen. Der Widerhall dieses Aufrufes, versandt an 25000 Deutsche, war nicht groß; aber immerhin fanden sich Menschen, die aufhorchten und Eckart ihre Hilfe zur Verfügung stellten. Seit dem Januar 1919 ging nun diese leidenschaftliche Wochenschrift in alle deutschen Gaue.

Seit dem Januar dieses Jahres 1919 traf auch ich - wie man so sagt: „zufällig“ - auf Dietrich Eckart und stellte ihm meine Aufsätze zur Verfügung, die er gern annahm, so daß ich seit dieser Zeit sein täglicher Besucher, Mitkämpfer und Mitarbeiter sein durfte.

Zu einer Zeit, da der Jude Eisner diktatorisch über Bayern regierte und sich nirgends im Lande eine stärkere Konzentration der Widerstandskräfte zeigte, genügte dem ehemaligen stillen Dichter seine Tätigkeit als Herausgeber der Zeitschrift noch nicht. Er verfaßte sein heute schon geschichtlich gewordenes Flugblatt: „An alle Werktätigen“, ließ es in 100000 Exemplaren drucken, und eines Tages setzten Eckart und ich uns in zwei Autos, fuhren kreuz und quer durch ganz München und warfen dieses Flugblatt auf die Straßen. Das war der erste öffentliche Appell, der sich in der Stadt München regte. - Als später die Räterepublik erklärt wurde und Dietrich Eckart von roten Arbeitern verhaftet werden sollte, da hat dieses Flugblatt ihm wahrscheinlich damals das Leben gerettet, weil die Arbeiter dieses Flugblatt gelesen hatten, in den dort vertretenen Gedanken nichts Reaktionäres finden konnten und nach temperamentvoller erneuter Vorlesung durch Eckart ihn in Frieden ließen. Trotzdem fahndeten die Schergen nach allen Antisemiten, und so verbrachten Eckart und ich einige Zeit im stillen Wolfratshausen im Isartal. Dann kehrten wir wieder nach München zurück, wo bald darauf der Geschützdonner der einmarschierenden antikommunistischen Freikorps ertönte.

Um diese Zeit kam ein unbekannter Werkzeugschlosser namens Anton Drechsler zu Dietrich Eckart und sagte ihm, daß an einer anderen Stelle Münchens sich eine antisemitische Arbeiterpartei gebildet habe. Man habe dort die Zeitschrift Eckarts gelesen, und er, Drechsler, bäte uns, doch in diesem Kreise Vorträge zu halten. So entstand die Verbindung zwischen Dietrich Eckart und der damaligen „Deutschen Arbeiter-Partei“, gefolgt von einem späteren Besuch Adolf Hitlers bei Eckart, wo aus einer Bekanntschaft eine Zusammenarbeit bis zu Eckarts Tode und treue Freundschaft entstehen sollte. Seit dieser Zeit stellte sich die Zeitschrift „Auf gut Deutsch“ der jungen Deutschen Arbeiter-Partei zur Verfügung und Eckart selbst mobilisierte, was er in Deutschland an Bekannten hatte, um in selbstloser und unermüdlicher Arbeit Adolf Hitler gute deutsche Menschen und hilfsbereite Kräfte zuzuführen. So mancher, der heute in treuer Gefolgschaft zum Führer steht, ist damals über Dietrich Eckart zu unserer Bewegung gekommen. Eckart las dann der jungen Partei aus einen Werken vor, und immer, wenn er irgend konnte, stand er verfolgten Parteigenossen hilfsbereit zur Seite. - Als schließlich dann die Partei das kleine Blättchen, den „Völkischen Beobachter“, erwerben konnte, gab Dietrich Eckart bald darauf seine Zeitschrift „Auf gut Deutsch“ auf und führte seinen Leserkreis der neuen Zeitung zu, deren Schriftleitung er und ich im Sommer 1921 übernahmen. Und vor einem ungleich größeren Leserkreise setzte nunmehr ein unerbitterlicher Kampf gegen das ganze marxistisch-jüdische Betrungssystem und gegen die charakterliche Überfremdung des deutschen Volkes ein.


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Dietrich Eckart hatte ein kampffreudiges, aber auch entbehrungsreiches Leben hinter sich. Aus seiner oberpfälzischen Heimat schon früh hinausgegangen, verlebte er allein in Berlin zwölf schwere Dichterjahre. Er kannte wohl alle Schriftsteller dieser Zeit um die Jahrhundertwende, wirkte an verschiedenen Zeitungen mit, doch brachte er sich dank seiner eindeutigen antijüdischen Anschauungen fast immer um die Erfolge seiner Arbeiten. Er war eine jener Naturen, die man am besten mit dem Wesen Arthur Schopenhauers vergleichen kann, zu dem er immer eine innerste Verbundenheit fühlte: einerseits ein Mensch innerlichster Zurückgezogenheit, mit Vorliebe für eine mystische Weltbetrachtung und zugleich mit einer unmittelbaren Leidenschaft begabt, deren ungestüme Form so manchen erschreckt hat, mit dem er glaubte, in ein geistiges Gefecht eintreten zu müssen.


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Diese tiefe Liebe zum deutschen Volke und seiner Größe, dargestellt besonders in den wundervollen Schlußversen seines „Heinrich VI.“, und der lodernde Haß gegen jene, die dieses Deutschland zu Boden traten, bildeten den Charakter Dietrich Eckarts, so fern aller kleinbürgerlichen Haltung und so nahe verwandt jeder jugendfrischen Kraft, die sich in Deutschland meldete.

Es mag sein, daß das eine oder andere Drama Dietrich Eckarts noch einen Tribut an die Vorkriegsepoche darstellt, daß manches abgebrochen und unvollendet vor uns steht, aber jene Gedichte der ersten Kampfzeit und jene unersetzliche lebensnahe Menschlichkeit, die Eckart bis zu seinem Tode verkörperte, jene selbstlose Art und Größe, Leben und Kampf zu betrachten, müssen für uns alle auch heute noch von vorbildlicher Bedeutung sein, und Pflicht von Euch, deutsche Jungen und Mädel ist es, die ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Volkserhebung, ihre ersten Mithelfer und ihre Arbeit in das Bewußtsein Eures Handelns einzuschließen.


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Eckarts Gedicht „Sturm! Sturm! Sturm!“ schließt mit den Worten: „Deutschland erwache!“ Dieses Wort ist wie ein Feuersignal durch ganz Deutschland gegangen. Es steht eingestickt heute auf den Standarten unserer Bewegung und begleitet jeden Aufmarsch und jede Kundgebund der Partei.


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Dietrich Eckarts Kräfte, durch eine lange, schleichende Krankheit im Kampfe immer mehr verbraucht, erloschen schließlich, als diese unbändige Natur nach der ersten mißglückten Erhebung vom November 1923 in die Kerker der Reaktion geschlossen wurde. Das scheinbare Versinken seiner Lebenshoffnung in diesen Tagen, das Bewußtsein, daß der Führer verhaftet und die ganze Bewegung unter schwerer Zuchthausdrohung verboten war, brachten seine durch Kerkerhaft weiter geschwächten Kräfte. Als der Arzt dem damaligen Staate die Schwere dieser Erkrankung mitteilte, entließ man ihn, um ihn nicht als Märtyrer sterben zu lassen. Ich traf ihn heimlich wenige Tage vor seinem Tode bei einem alten Freunde. Er war matt, aber doch noch voll Humor und hoffte, in Berchtesgarden am Obersalzberg, wo er schon einmal auf der Flucht Genesung gefunden hatte, noch einmal zu gesunden. Aber schon wenige Tage später traf uns die erschütternde Mitteilung, daß dieses kämpferische Herz am 26. Dezember 1923 erloschen, daß Dietrich Eckart, den wir als den unerschrockensten Rufer, als ehrlichsten Warner und treiesten Helfer kannten, von uns gegangen war.


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In all diesen kommenden Jahren bei großen Kämpfen und bei großen Festen haben wir immer an ihn gedacht und uns immer wieder gesagt, wie sehr seine ungebrochene und menschlich ausgleichende Kraft uns gefehlt hat.

Und so gedenken wir auch am heutigen Tage des großen Kämpfers und treuesten Freundes Adolf Hitlers. Pflicht und Ehre für die Bewegung wird es sein, diesen Mann in ihr Bewußtsein, in die Geschichte der Partei einzufügen und der Jugend ein Bild zu zeichnen, wie ein Deutscher sein muß, wenn eine schwere Schicksalsstunde über sein Volk hereinbricht. Das ist für uns alle wohl das Schönste, was wir von einem Menschen sagen können, und der heutigen Jugend mache ich es zur Pflicht, sich an der markigen Persönlichkeit und ihrem selbstlosen Kampfeinsatz ein Beispiel für ihr Denken und Handeln zu nehmen.


Quelle

  • Blut und Ehre IV, S. 110-115

Anmerkungen

Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.

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