Die NSDAP., die große Bekenntnisfront des Deutschen Volkes
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Die NSDAP., die große Bekenntnisfront des Deutschen Volkes
- Auf der Kulturtagung des „Parteitages der Arbeit“ 1937 wurde zum erstenmal der „Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft“ verteilt. Dieser Preis wurde vom Führer am 30. 1. 1937 gestiftet als Antwort auf die beleidigende Herausforderung Deutschlands durch das norwegische Nobelpreiskomitee, das den Friedens-Nobelpreis an den Landesverräter v. Ossietzky verliehen hatte. Die Annahme des Nobelpreises ist damit für alle Zukunft Deutschen untersagt.
Als erstem unter den Lebenden verlieh der Führer den Deutschen Nationalpreis Alfred Rosenberg, dessen Werk „in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des Nationalsozialismus wissenschaftlich und intuitiv begründen und festigen geholfen“ hat. Auch die Eröffnungsansprache zur Kulturtagung war ein Beitrach Rosenbergs für seinen unermüdlichen Kampf um die Reinerhaltung der nationalsozialistischen Weltanschauung. Sie umriß die Stellung der nationalsozialistischen Bewegung in der weltanschaulich-kulturellen Auseinandersetzung unserer Zeit. Die Kampfparole gegen das geistige Sektierer- und Schwärmerwesen, die Rosenberg in diesem Jahre ausgab, diente der Sicherung des absoluten geistigen Hoheitsrechtes der NSDAP., die allein Trägerin des weltanschaulichen Kampfes ist.
Jede große weltanschauliche Bewegung, die sich im Kampfe um eine Zukunft mit den Mächten ihrer Gegenwart auseinanderzusetzen hat, erhält die Richtung dieses Kampfes mit dem ersten bewußten Auftreten ihres Gedankens vorgezeichnet. Hat ein Mensch einmal zu einer entscheidenden Schicksalsfrage innerlich sein „Ja“ ausgesprochen, so wird ihn der Rhythmus eines fortschreitenden Lebens dazu zwingen, zu immer neuen Fragen „Nein“ zu sagen. Dieser Prozeß ist um so langdauernder und tiefgehender, je größer eine Bewegung innerlich ist und je mehr Gebiete des Lebens sie gestaltend erfaßt. Die größte Aufgabe der Führung einer solchen Bewegung auf dem Gebiete der weltanschaulich-kulturellen Auseinandersetzung bestand und besteht aber nun darin, zwar immer eindeutig und kompromißlos die Voraussetzungen ihres geistigen Daseins zu verteidigen, unverrückbar auch das einmal erkannte Ziel vor Augen zu behalten, jedoch dies alles mit dem Beweußtsein, daß tiefe geschichtliche Auseinandersetzungen mit anderen Maßen gemessen werden müssen, als die Spanne eines kurzen Menschenlebens.
Eine solche Führung kann deshalb nur behutsam in amtlichen geistigen Festlegungen und politischen Taten vorgehen. So sehr also die einmal besiegte politische Vergangenheit davor zurückgehalten werden muß, auf dem Umwege über Kultur und Weltanschauung wieder zu politischer Macht zu gelangen, so gilt deshalb in gleicher Weise die besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit der NSDAP. allen jenen vielfach sektiererischen Erscheinungen, die an unserer linken Flanke entstehen. Wie einst Martin Luther - um seine Reformation zu retten - sich gegen die Schwarmgeister wenden mußte, so hat, wenn auch in anderer Form, auch die Weltanschauung des Nationalsozialismus alle Ursache, bei feierlichen Anlässen jene Kräfte zurückzuweisen, die, zwar von allgemein anerkannten, völkischen Postulaten ausgehend, dann doch nur einige wenige Punkte einer geistigen Gesamtheit herausgreifen und mit sektiererischer Besessenheit diese als die einzigen Maßstäbe für die weltanschauliche Betrachtung und Wertung hinstellen. Die nationalsozialistische Bewegung hat sich schon während des Kampfes von politischen Sekten zu säubern gewußt und sie verfügt heute erst recht auch über jene inneren Kräfte, um das in letzter Zeit bemerkbar hervortretende weltanschauliche Schwärmerwesen im nötigen Abstand von sich zu halten. - Wir denken nicht daran, irgendwelchen sich weltanschaulich oder religiös betätigenden Persönlichkeiten - soweit sie nicht gemeingefährlich werden - Schwierigkeiten in der Darlegung ihrer Überzeugungen zu machen, um so mehr aber legen wir Gewicht darauf, zu erklären, daß keine dieser Gruppen und Grüppchen das Recht besitzt, sich als Vertretung nationalsozialistischer Weltanschauung auszugeben, oder gar als Vollender unserer Weltanschauung aufzutreten. Vielmehr stellen wir als unverrückbares Postulat das Bekenntnis auf, daß die Vertretung und Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung das geistige Hoheitsrecht der NSDAP. ist und bleiben wird. Die NSDAP. ist für uns alle nicht nur unsere politische, sondern auch unsere ehrlich erstrittene geistige und seelische Heimat!
Wir sind dabei auch der Überzeugung, daß einmal jener geistige Hochmut gewisser Außenstehender überwunden werden muß, die scheinbar noch immer der Überzeugung sind, daß die nationalsozialistische Weltanschauung von Nicht-Nationalsozialisten gedacht und vollendet werden müsse, die also uns über uns selber belehren wollen, anstatt bei sich selbst eine Überprüfung vorzunehmen. Wir wissen, daß der Nationalsozialismus als Gesamtheit nicht nur einen neuen Staat errichtet, sondern auch ein neues Weltbild zu formen begonnen hat. Und wir sind nicht so bescheiden, wie vielleicht manche noch glauben, nunmehr von außen her unsere Denker und Kulturgestalter zu beziehen und uns eine fremde geistige Ahnenreihe aufzwingen zu lassen. Es wäre für den Nationalsozialismus beschämend, einen anderen Standpunkt einnehmen zu wollen und deshalb müssen wir auch bei großen feierlichen Gelgenheiten, wie sie die Reichsparteitage darstellen, ab und zu auch Grenzen ziehen und jene Forderungen anmelden, die der Größe unserer Zeit und der Mächtigkeit unseres Wollens entsprechen. Wenn dies nach der Seite der Schwärmer und sonstiger Einzelgänger einmal ausgesprochen werden muß, so gilt Entscheidendes auch für viele Vertretungen einer weltanschaulichen Vergangenheit.
Es sind oft scheinbar kleine Wendungen des Geistes und des Charakters, die - einmal innerlich anerkannt - die Entwicklungen ganzer Jahrhunderte, ja Jahrtausende bestimmen können. So hat einmal die seigreiche Behauptung von der Gleichheit aller das antike aristokratische Ideal in einer Stunde seiner Schwäche gestürzt und zeitigte dann soziale und politische Formen, die erst heute im Zeichen des nationalsozialistischen Denkens überwunden werden nicht als Bekenntnisse einiger Propheten, sondern als inneres Erlebnis von vielen Millionen.
Aus dem Dogma der dem Sinn der Schöpfung widersprechenden Gleichheit aller Rassen folgte notwendig eine fortschreitende Mißachtung des Leibes und damit eine durch Jahrhunderte betriebene Durchführung der angeblich theologisch-philosophisch begründeten Trennung zwischen Seele und Körper. Die Verwahrlosung dieses Leibes wurde schließlich als ein besonderes Kennzeichen der Heiligkeit betrachtet. Dies führte dann folgerichtig zu einer immer stärkeren Vertretung der Lehre von der Erbsündigkeit des Menschen. Und in unseren Tagen wird als letzte Konsequenz dieser tausendjährigen Entwicklung nicht selten das Dasein der Volkheit selbst als ein Fluch des Schicksals und als Strafe für einen ehemaligen furchtbaren Fall der Menschheit gewertet.
Demgegenüber bekennt nunmehr ein neues Lebensgefühl in allen Punkten das Gegenteil. Auch scheinbar nur ein geringer Ruck des Inneren - und doch entscheidet gerade diese Wendung über alles, was später einmal in Gesetzesform seinen revolutionären Niederschlag gefunden hat oder noch finden wird. Gegenüber der entscheidenden Behauptung von der wesenhaften Gleichheit aller menschen sind wir der heute fest begründeten Überzeugung, daß gerade die tatsächliche Ungleichheit dieser Seelen und Charaktere die Voraussetzungen für jede wahre Kultur der Weltgeschichte geschaffen hat. Auch wir glauben ferner, daß auch die großen Kulturschöpfungen innerhalb der letzten Zeitepoche geradezu als die nicht zu unterdrückenden Proteste des künstlerischen und weltanschaulichen Gewissens der europäischen Völker anzusprechen sind. Aus dieser Überzeugung ergibt sich deshalb für uns nicht etwa die künstliche Trennung zwischen Seele und Leib, sondern die Erkenntnis, daß in einer vielleicht nicht immer materiell faßbaren Weise Körper, Seele und Geist eine Dreieinigkeit bilden, deren Zerstörung zugleich die Zerstörung jeder Voraussetzung einer organischen Kulturform bedeuten würde. Aus dieser Erkenntnis folgt für uns, daß das Deutsche Volk - entegen so manchen Behauptungen - nicht erbsündig, sondern erbadelig ist. Und aus der Gesamtheit dieses neuen Lebensimpulses bekennen wir, daß die hohen Werte eines starken Volkes und seiner Kultur nicht in Unterwürfigkeit, Knechtseligkeit und so oft überheblicher Demut liegen, sondern im Stolz auf sich selbst und in der Achtung vor sich selbst begründet sind.
Aus dieser inneren Haltung ergibt sich nahezu alles, was Außenstehende manchmal so geheimnisvoll und unverständlich am deutschen Volk anmutet und was für uns Nationalsozialisten doch so selbstverständliches Leben geworden ist. Es mag sein, daß in manchen Bezirken noch Grenzstreitigkeiten vor sich gehen, daß manche Übergänge menschlicher und gedanklicher Art aus der Vergangenheit noch in unsere Zeit herüberragen; das ficht uns nicht an, weil wir sehr wohl wissen, welche Zeit notwendig ist, um die Konsequenzen einer einmal gefällten Entscheidung in der Tat des Lebens dargestellt zu sehen. Wir begreifen sehr wohl, daß für viele Vertreter der Vergangenheit eine Welt unterging - und wir selbst wissen, daß es ja auch für viele von uns tatsächlich der Fall gewesen ist - wir sind jedoch der festen Überzeugung, daß durch alle Zeiten hindurch, unter mancherlei Formen und Bekenntnissen, der deutsche Charakter in seinen wesentlichen Linien doch der gleiche geblieben ist. Und weil wir auch in dem ehrlichen Anhänger einer geistigen Vergangenheit diese Substanz ehren, so hoffen wir, daß - bei unwandelbarem Festhalten des einmal eingeschlagenen Weges, verbunden mit dem menschlichen Verständnis für die einzelnen inneren Konflikte so mancher deutscher Volksgenossen - der große Umschmelzungsprozeß der Seelen doch mit jener Würde vor sich geht, der unserer großen Zeit entspricht.
Der Nationalsozialismus ist emporgestiegen wie ein Alpenzug nach einer riesenhaften Eruption. Er ist da, ob der Außenstehende ihn nun bejahen oder „ablehnen“ mag. Die Welt täte jedoch gut, ihn eben als ein gewaltiges Phänomen der Natur zu betrachten und als nicht mehr wegzudiskutierende Tatsache in ihr Bild des Lebens einzufügen. Das Schicksal, in dessen Mitte wir stehen, ist groß. Wir haben es nicht als ein unverrückbares uns gleichsam erdrückendes Fatum von außen empfangen, sondern haben das Äußere ergriffen, um es nach unserem Wesen zu formen. Und deshalb brauchen wir nicht zu einem Schicksal gezwungen zu werden, sondern dürfen uns frei zu der Gesamtheit der Geschehnisse unserer Tage bekennen, weil dieses Schicksal ja zu einem großen Teil wir selber sind.
So wurde die NSDAP. die große Bekenntnisfront des deutschen Volkes.
Wenn die nationalsozialistische Bewegung nicht nur in einer Stunde der Erhebung diese Erkenntnisse bejaht, sondern die innere Bewußtheit auch durch den Alltag trägt, dann wird sie - trotz aller Gegnerschaften - eine immer festere, durch das Leben ständig überprüfte Form bilden und jene Grundlage schaffen, die notwendig ist, damit über das Dasein der heute Lebenden hinweg eine Tradition entsteht, die das Große der Vergangenheit mit den Notwendigkeiten unseres Jahrhunderts verbindet und typenschaffende Macht der kommenden Geschlechter wird. Das zu erreichen erscheint uns als die vielleicht größte Kulturtat, die unserem kämpfenden Geschlecht noch vorbehalten bleibt. Dieses herbe und harte Denken trägt auch besonders den jetzigen Reichsparteitag, der im Zeichen des Bekennens zu schöpferischer Arbeit steht, für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder.
Quelle
- Blut und Ehre IV, S. 71-77
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.