Deutscher Student und deutscher Arbeiter
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Deutscher Student und deutscher Arbeiter.
- „Völkischer Beobachter“, 15. Februar 1922.
Sie sprechen noch verschiedene Sprachen, die zwei. Es ist, als ob ein Fluch auf uns lastet, der es verhindert, daß diese beiden Träger der künftigen Geschicke Deutschlands eine gemeinsame Front bilden; dabei steht und fällt diese Zukunft mit dem Gelingen dieser deutschen Einheitsfront.
Wir geben uns keinem uferlosen Wahn einer verschwommenen Gleichmacherei hin. Solange es Völker gibt, d.h. Organismen, solange wird innerhalb ihrer eine geistige, wirtschaftliche und politische Schichtung vorhanden sein. Durch Veranlagung und durch äußere Umstände sind Lebens- und Gesellschaftsformen verschieden und müssen es sein. Je mannigfacher die Gliederung, um so gesünder das Ganze, wenn - und hier liegt der Angelpunkt - wenn jeder Teil weiß und fühlt, daß es ein Ganzes gibt, zu dem die anderen Teile notwendig gehören. Um diese seelische Einstellung kämpfen wir. Wir wollen beiderseitige Fehler der Vergangenheit möglichst vergessen. Es sei mir nur als ehemaligem Studenten zu bemerken gestattet, daß die Akademiker der Zeit, als der Industrialismus über Deutschland hereinbrach, sich um ihre in bittere Not geratenen Brüder wenig gekümmert hatten. Die damaligen Studenten sind heute Professoren, und selten, höchst selten ertönt aus diesen Reihen der Ruf, der gerade von seiten der zur geistigen Führung Befähigten hätte schon lange ertönen müssen. Es hat dort jahrzehntelang an Männern gefehlt, die, wie einst Fichte, unter den Trommelwirbeln französischer Regimenter Reden an die deutsche Nation hielten. Die frühere tiefe Schuld am heiligen Geist unseres Volkstums hat die heutige studierende Jugend wettzumachen.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat ihr die Hand entgegengestreckt. Sie hat, als einzige „Partei“ in Deutschland, grundsätzlich die Unüberbrückbarkeit der Standes- und Klassengegensätze verneint. Sie spricht grundsätzlich nicht vom Bürgerlichen und von Proletariern als ewigen Gegensätzen, sondern nur von Deutschen, von Schicksals- und Volksgenossen. Sie erkennt an, daß der Werkarbeiter den Geistesarbeiter notwendig braucht, der das Glück hat, sich mehr Einblicke in Probleme zu verschaffen, als es dem ersten vergönnt ist. Aber der ehrliche Werkarbeiter fordert seinerseits auch Achtung vor seinem Tun und Schaffen, und manch dumm anmaßendes Lächeln eines Studentleins hat verdorben, was ehrliche Verständigungsarbeit vieler erreicht hatte.
Wir wissen, daß in studentischen Kreisen über unsere „rauhbeinigen Methoden“ die Nase gerümpft wird. Da wollen wir diese Menschen fragen: Habt ihr wirklich erfaßt, worum es sich heute handelt? Habt ihr erfaßt, mit welcher Schamlosigkeit deutsches Wesen heute und zwar in Deutschland selbst geschmäht und vergewaltigt wird? Habt ihr erfaßt, daß die ungeheure Kraft, die in allen deutschfeindlichen Parteien und Zeitungen organisiert ist, nur durch eine Gegenkraft gebrochen werden kann? Habt ihr, die ihr euer Volk zu lieben behauptet, nicht wirklich eine so große Liebe für dieses Volk, daß ihr auch zu hassen versteht? Wenn ja, so könnt ihr doch nicht glauben, daß sich Deutschlands Schicksal am grünen Tisch eines Studenten- oder Professoren- oder Arbeiterkongresses entscheiden wird! Dann solltet ihr aber doch froh sein, daß inmitten aller Feigheit und inmitten und entgegen allem parlamentarischen Schmutz eine Bewegung entsteht, die offenen und ehrlichen Kampf ansagt, die das ganze Deutschtum umfassen will, ohne Unterschied des Standes; eine Bewegung, die die furchtbaren Schnitte durch den lebendigen Leib des deutschen Volkes - Klassenkampf und Konfessionen - verneint und nur eines kennt: das Organisch-Deutsche und das feindliche Undeutsche.
Wer Ohren hat, zu hören, der weiß, daß der Kampf der Zukunft sich abspielen wird unter der Losung: völkisch und unvölkisch; und zwar in allen Staaten. Die Internationale hat ihren höchsten Gipfel erklommen, die völkische Gegenwirkung ist aber auch schon da. Sie, und nur sie allein, wird den Kampf aufnehmen und durchführen können. Nicht ein einseitiger Nationalismus, der dieses Wort im Munde führt, dabei aber jüdische Geldsäcke zur „Hilfe“ herbeiruft, nützt heute etwas, sondern nur die reinen Hände, der offene Kampf, die innere zielbewußte Entschlossenheit.
In Studentenkreisen gärt es schon wieder; die Völkischen sind überrumpelt worden, die „Frankfurter Zeitung“ jubelt und freut sich über den „europäischen Geist“, der zum Durchbruch gelangt sei! Ist auch dies kein Warnungszeichen?
Es gibt nur ein Siegen oder Unterliegen! Sollen wir deshalb nicht zusammenkommen, weil der eine Arbeiter dem einen Studenten nicht behagt und umgekehrt? Auf keinen Fall! Sagt euch auf Gut Deutsch die Meinung, soviel ihr wollt, verlaßt aber nicht eher den Raum, als bis ihr euch wieder versöhnt habt!
Es gab einmal eine Zeit, da war den deutschen Burschen auch vor Barrikaden nicht bange. Fürchten sie sich heute schon vor jedem offenen Wort einer ehrlichen Entrüstung über die Schmach unserer Tage? Sind sie heute weibisch geworden? Ausgerechnet nach dem Weltkrieg 1914 bis 1918?
Es geht heute mehr denn je um alles. - Über Stand und Lebensgewohnheiten hinweg gibt es nur einen Weg: vorbehaltslose Einigung aller derjenigen Deutschen, denen die Idee „Deutschtum“ kein Flederwisch ist, sondern eine lebendige Kraft bedeutet.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat die Hand dazu ausgestreckt. Sorgt Ihr Studenten dafür, daß sie nicht ohne euren Handschlag niedersinkt... Nein, nich niedersinkt, sondern sich allein ballen muß.
Quellen
- Völkischer Beobachter, 15. Februar 1922.
- Blut und Ehre III, S. 161-163.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.