Deutsche Reichspolitik 1921

Aus NS-Archiv

Wechseln zu: Navigation, Suche

Alfred Rosenberg


Deutsche Reichspolitik 1921.

„Völkischer Beobachter“, 4. Januar 1922.

Bei rückblickender Betrachtung der deutschen Reichspolitik nach innen und außen können wir uns kurz fassen. In allen Handlungen ist derselbe Geist am Werke gewesen, der seit dem November 1918 offen die Herrschaft antrat, der Geist nationaler Selbstbeschmutzung und grundsätzlicher Feigheit. Nach den ersten zugemuteten Ungeheuerlichkeiten folgte ein Aufmucken der „Herr“ gewordenen Sklavennaturen, dann ein Zusammenbruch nach dem anderen. Wir kennen die Etappen. Sie sind noch nicht am Ende. Im Gegenteil, wir stehen erst am Anfang der uns zugedachten Qualen. Die „ungeheure Tatsache, daß Deutschland von der Demokratie geführt“ wird („Frankf. Ztg.“), hat ihre Früchte schon zu zeitigen begonnen.

Empörte sich damals noch, als die Auslieferung deutscher Helden an die Raubentente verlangt wurde, das ganze Volk, so ist es im Laufe der Zeit müder und müder geworden. Es hat stumpf zugeschaut, als in London ein ungeheuerliches Diktat unterschrieben wurde; es hat kaum noch Kraft, gegen die jüdisch-schwarze Schmach in aller Welt zu protestieren. Es duldete angesichts der frechsten Anschuldigungen das Schweigen der sogenannten Reichsregierung. Es jagte diese „Regierung“ nicht zum Teufel, als trotz ihrer Versprechungen und der „Führernatur“ Wirts („Frankf. Ztg.“) die größten Hasser des deutschen Volkes im Namen Deutschlands mit dessen Feinden verhandeln. Es duldete, tagtäglich im eigenen Hause selbst, von einer jüdischen Pressemeute geschmäht zu werden.

Es duldete alles, alles!

Und daß das deutsche Volk diese Reichsregierung geduldet hat, ist die größte Schmach des Jahres 1921. Nach außen hin ist sie unterwürfig, nach innen unfähig, auch nur im geringsten der fürchterlichsten Volksausbeutung entgegenzutreten. Im Gegenteil, alle die berüchtigten politischen und wirtschaftlichen Schieber leben ja in den höchsten neurepublikanischen Kreisen, sind auf Du mit den Verbrecher-Abgeordneten aus Moskau, lassen einen der gemein-gefährlichen Judenhetzer nach dem andern ins Land, und sind lüstern, Geschäfte mit ihnen zu machen.

Ganz offen preisen die „Frankfurter Zeitung“ und „Berliner Tageblatt“ die Herrlichkeiten Sowjetrußlands, fordern „Ruten und Beile“ gegen die „Reaktion“ und bedauern, anfangs zu schonungsvoll gegen sich vorgegangen zu sein.

Im Laufe von 1921 sind weitere Kreise zermürbt, stumpf gemacht, andere noch mehr hypnotisiert worden.

Nichts tun, alles geschehen lassen, das war die Weisheit der Erfüllungspolitik von 1921. „Unterschreibet soviel ihr wollt, verschont mich nur mit Lesen“ war der Wesensausdruck der Leute, die sich anmaßten, in Deutschlands Schicksalsstunde Minister zu spielen. Sie und das Parlament müssen sich alle einmal zu verantworten haben, wenn es noch eine Gerechtigkeit gibt.

Dafür zu wirken, so weit es in unserer Macht liegt, soll unser Gelöbnis zum Jahre 1922 sein.

Quellen

Anmerkungen

Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.

Persönliche Werkzeuge