Der völkische Kampf
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Der völkische Kampf.
- „Völkischer Beobachter“, 22. März 1922.
Ein bayerischer Abgeordneter der Deutschnationalen hat in einer unlängst gehaltenen Rede den heutigen Parlamentarismus gegeißelt und auch Kampf angesagt dem gemeinen Auswucherungssystem, wie es von der jüdischen Hochfinanz von Berlin aus planmäßig betrieben wird. Wir wollen dem Herrn glauben, daß er es gut meint; aber wir legen ihn hiermit auch fest! Wir erwarten, daß die Deutschnationalen Bayerns sich endlich entschließen werden, den Anfang mit der Sprengung des Klüngels an der Spitze ihrer Partei zu machen. Drei Jahre hat sie einen schäbigen Wahlantisemitismus getrieben, um sich später regelmäßig zu ducken.
Der letzte Parteitag hat die völkische Frage, die wichtigste aller Fragen, einer Kommission übergeben. Nach drei Monaten erstattete diese Bericht, und der vertretertag kam zu der Entschließung, es würde „wie bisher“ weitergehen. Also ein Feigheitsbekenntnis, wie es nach allem zu erwarten war.
Heute möchten wir auf einen bisher zurückgestellten offiziösen Aufsatz der Deutschnationalen Volkspartei zurückkommen.
Im Dezember vorigen Jahres fand die bekannte Versammlung des Vereins nationaldeutscher Juden statt, in der der Deutschnationale v. Oppeln-Bronitowsky heftig gegen den Antisemitismus auftrat. Zu diesem Vorfall nahm nun die parteioffiziöse „Deutsche Tageszeitung“ in einem Leitartikel folgendermaßen Stellung.
Sie meinte, daß einzelne Juden im deutschen Volkstum „auch im völkischen Sinne“ aufgehen könnten, sei „eine Tatsache“; das Judentum sei „tatsächlich keine einheitliche Rasse“, und setze sich aus Bestandteilen zusammen, „von denen einzelne der germanischen Rasse immerhin näher stehen, als die anderen Elemente“. „Festzuhalten“ sei durchaus das „ehrliche Bestreben“ der nationaldeutschen Juden. „Wir halten es für sehr gut möglich, daß sie (die Eindeutschung) im Laufe der Zeit sehr weite Kreise der Juden in Deutschland erobert.“ Das Aufgehen der Juden im deutschen Volk sieht die „DT.“ auch heute noch als die „einzig mögliche“ Lösung an. So geht es weiter. Und wie in unbewußter Selbstverhöhnung klingt es dann: „Es muß wenigstens eine politische Partei geben, zu der die völkisch gesinnten Kreise unseres Volkes das unbedingte Vertrauen haben können“. Ein großes Verdienst schreibt die „DT.“ ferner ihrer Partei zu. Sie habe sich von „jüdischen Einflüssen völlig frei“ gehalten. Das ist frei erfunden; man denke nur an den Juden und Konsul Marx, an die Halbjüdin Frl. Gierke, an die jüdischen Bankverbindungen der DNV. usw. Die „DT.“ hat ferner Angst vor einem „unsauberen Antisemitismus“ und wünscht schließlich „im Interesse des inneren Friedens“, „Ausartungen und Einseitigkeiten“ im Antisemitischen mögen ferne von uns bleiben („DT.“ Nr. 562, 1921).
Das sind einige Perlen offiziöser Gedankengänge. Sie sind so dumm und zugleich anmaßend, daß man ohne weiteres sagen kann: daß sie möglich waren, beweist die unsaubere Denkungsart der Führer der sogenannten Deutschnationalen Volkspartei. Es ist für das deutsche Volk vollkommen gleichgültig, ob zwei oder drei Juden ehrliche Deutsche werden wollen, es hat sich nur die Frage zu stellen: ist das deutsche Volk ein solches Pack, daß man ihm zumuten darf, die jetzt offenbare Diktatur der jüdischen Börsen- und Revolutionsbanditen stillschweigend zu ertragen? Hier gibt es nur ein Ja oder Nein. Alles andere ist „unsauberer Antisemitismus“. - Wenn die Judenheit nicht einheitlich ist, dann gibt es überhaupt keine. Natürlich hat sie verschiedene Bestandteile in sich aufgenommen wie jede andere. Heute aber - nach 3000jährigem Bestehen - noch von einer Eindeutschung „im Laufe der Zeit“ zu sprechen, ist ein glatter Hohn auf deutsches Volkstum. Die germanische Rasse ist gerade in den hochgräflichen Kreisen der Deutschnationalen genug verdorben worden! Diesen Bastardierungsprozeß als „einzige Lösung“ zu empfehlen, möge vergangenen Jahrhunderten verziehen sein, heute ist das einfach eine Herausforderung an alle Deutschen.
Während Deutschland von allen Hebräern besudelt wird - „Reigen“-Prozeß, Magnus-Hirschfeld, Sternheim „Hose“, Hardens Verhöhnungen, Rathenaus Auswucherungssystem, „Frankfurter Zeitung“, Börsenjubel usw. -, führt das Parteiorgan der Deutschnationalen Volkspartei nicht den schärfsten Kampf gegen die ganze Brut, sondern fürchtet sich vor „antisemitischen Einseitigkeiten“! Und auch sonst wird die Judenfrage überhaupt nicht behandelt.
Keine einzige deutschnationale Zeitung ist gegen diesen Ausdruck einer Charakterverlumpung höherer Schichten aufgetreten. Wir haben auf eine Gelegenheit gewartet, dies zu tun.
Wir fordern jetzt den benannten Herrn auf, sich offiziell an die „DT.“ zu wenden und dort seinen Standpunkt, sofern er anders ist, als sie ihn vertritt, öffentlich darzutun. Es darf kein Zurück mehr geben. Wir werden mit den Deutschnationalen immer grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten haben, aber der völkische Gedanke muß als allgemeine Grundlage derselbe sein; und dann nicht nur für uns, sondern für sämtliche späteren Bürger des kommenden Großdeutschlands. Wie die Bayerische Volkspartei unter dem christlichen Deckmantel ein politisches Schiebertum betreibt, so bisher die Deutschnationale Volkspartei durch Vorhalten völkischer Sprüche, die nichts als hohle Redensarten sind.
Die „MAA.“ („München-Augsburger Abendzeitung“) meinte, ihr gefalle die „geräuschvolle Art und Weise“ nicht, mit der die Nationalsozialisten ihre Ideen vertreten (Gott sei Dank fast 100 Massenversammlungen allein in München!). Uns aber kommt eine wachsende Empörung, wenn wir sehen, wie geräuschlos den Deutschnationalen das graue Fell über die Ohren gezogen wird. Mit ihnen aber auch dem ganzen Volk, denn die übrigen Parteien tanzen schon lange am goldenen Nasenring.
Dagegen kämpfen wir! Und wir fordern auch rücksichtslosen Kampf von seiten der Männer, deren Wähler diesen Kampf ebenfalls verlangen.
Bis jetzt sind wir allein! Uns bangt davor nicht, aber jeder Heuchelei wollen wir ein Ende bereiten im Interesse des völkischen Großdeutschlands!
Quellen
- Völkischer Beobachter, 22. März 1922.
- Blut und Ehre III, S. 176-179.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.