Der treudeutsche Zentralverein
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Der treudeutsche Zentralverein.
- „Völkischer Beobachter“, 22. Oktober 1921.
Der jüdische Zentralverein hat wieder die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, seine treudeutsche Gesinnung in die Welt zu posaunen, als anläßlich des Protestes über die Vergewaltigung Oberschlesiens den Berliner Hebräern und ihrer für Deutschland so verhängnisvoll gewordenen Börsenpolitik die Schuld an dieser Knechtung des deutschen Volkes zugeschrieben wurde. In einem Rundschreiben an die Zeitungen betont der Zentralverein, für ein ungeteiltes Oberschlesien einzutreten. Es ist vielleicht ganz interessant, die „deutsche“ Gesinnung des Zentralvereins ein wenig näher zu betrachten.
Die treudeutsche Gesinnung wird in dem Organ des Zentralvereins („Im deutschen Reich“) u.a. auf geradezu rührende Weise bewiesen - durch die Sorge für die deutsche Währung. Im Märzheft 1920 wird mit „erstaunlicher Sicherheit“ festgestellt, daß die Kurve der deutschen Währung aufs engste mit innerpolitischen Unruhen zusammenhänge. Es könne dies auch nicht anders sein, da der Kredit des Schuldners von seiner Arbeitswilligkeit und -fähigkeit abhänge. Und dann heißt es wörtlich:
„Beruht also der niedrige Stand der deutschen Valuta auf Mangel an Vertrauen zur inneren Festigkeit Deutschlands, und sind Ursachen des mangelnden Vertrauens die inneren Erschütterungen unseres Vaterlandes, für die der Antisemitismus zwar nicht das einzige, aber sicherlich das stärkste und sichtbarste Symptom ist, so folgt daraus, daß der Antisemitismus antinational auch deshalb ist, weil er ein furchtbares Verbrechen an der deutschen Volkswirtschaft darstellt.“
Also nicht Räterepubliken, Generalstreiks, Spartakusaufstände sind die „stärksten und sichtbarsten“ Zeugen des deutschen Chaos, sondern der Antisemitismus! Der „Schutz- und Trutzbund“ ist der böse Kerl, der die Juden nicht „unser Vaterland“ nach ihrem alleinigen Ermessen einrichten oder zugrunde richten läßt. - Hinter dieser Frechheit lauert aber noch eine Drohung. Denn mit dem Hinweis auf Valutabsturz und Antisemitismus will der Verfasser doch nichts anderes sagen, als: „In unserer Börsenmacht liegt es, den deutschen Markkurs nach Belieben zu drücken. Hütet euch, ihr Michel, gegen uns aufzumucken. Denn dann lassen wir euch Pleite machen.“ Es liegt hier die mittelbare Bestätigung dessen vor, was die Antisemiten dem deutschen Volk, ohne daß man ihnen glauben will, tagtäglich sagen: Nicht nur Deutschland, sondern auch die Staaten der Entente sind von den Herren der Weltbanken und Börsen abhängig. Gegen diese unerhörte Knechtung geht ja der Kampf. Geben wir ihn demütig auf, können wir Brosamen aus der Judenhand fressen -, wenn wir sie bekommen; führen wir ihn fort, können wir einmal frei werden - wenn wir entschlossen sind.
Aber der edle Zentralverein hat den „Glauben an die Wiedergeburt des deutschen Volkes“ nicht aufgegeben, trotz der „alldeutsch-antisemitischen Irrlichter“, die ihm nur mit Mühe die „gedämpften Herztöne echter Volksseele“ hören lassen und alles überschreien. Es sind dieselben bösen Nationalisten, „die sich den Minister Erzberger zum Ziel“ nahmen und „Nieder mit dem Judenausschuß! Nieder mit Erzberger!“ riefen.
Hier ist der Dank für die Zentrumstagung, die so warm für die armen verfolgten Juden eintrat. Zugleich hat der echt deutsche Zentralverein nichts gegen das Judenquartett einzuwenden, das Hindenburg und Ludendorff ausfragen durfte, sondern verweist mit jüdischer Frechheit auf Warmuth und Schäfer, die ja auch Mitglieder bzw. Sachverständige seien, und sieht in einem Artikel Reventlows gegen den Untersuchungsausschuß einen „Gipfel an Unflat“. („Im deutschen Reich“, Dezember 1919.)
Aber der Zentralverein bleibt echt deutsch bis auf die Knochen. Er beteuert mit herzigem Augenaufschlag:
„Die schärfste Formulierung unserer Idee, daß wir keine besondere völkische Gemeinschaft darstellen, sondern daß wir hineingehören in das Volk, mit dem wir und unter dem wir seit Jahrhunderten leben und arbeiten.“
Dann heißt es nach rabbinischer Methode weiter:
„Mag das Gegenteil auch noch so oft und noch so deutlich aus den eigenen Reihen wie von anderen Seiten behauptet werden, dadurch wird die Formel von dem Vorhandensein des besonderen jüdischen Volkes nicht richtiger.“ („Im deutschen Reich“, Oktober 1920, S. 311.)
Dann widerlegt sich derselbe Verein aber auf den Seiten seines eigenen Zentralorgans! Der Rabbi Jacob (derselbe, welcher auf einer Versammlung in München nach einigen Zurufen an seine Adresse dem Rufer sagte: „Der beste Beweis, daß Deutschland nicht von Juden beherrscht wird, ist, daß Sie sich noch maulig machen dürfen!“), dieser Rabbi schreibt wortwörtlich: „Das unleugbare und geschichtliche Wunder ist das Volk Isreal und seine Geschichte. Die Existenz Isreals kann nicht bestritten werden, denn es lebt noch.“ Rabbi Jacob hat nicht nur denselben Glauben wie der Zentralverein, er gehört ihm selbst an, und diese Sätze sind zu lesen im Juni-Heft 1920 des Organs des Zentralvereins auf Seite 187.
Nähere Erläuterungen über die Talmudistik der Hebräer erübrigen sich wohl.
Quellen
- Völkischer Beobachter, 22. Oktober 1921.
- Blut und Ehre III, S. 132-134.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.