Achtung - Studenten!
Aus NS-Archiv
Alfred Rosenberg
Achtung - Studenten!
- „Völkischer Beobachter“, 19. April 1922.
Wie innerhalb aller Berufsschichten der Kampf der Geister in steigender Energie vor sich geht, so spielt er sich auch im Studententum in einer Weise ab, daß man nur mit größter Besorgnis die Konflikte beobachten kann. Alle Werkzeuge volksverführender Überredungskunst und wurzelloser „Ideologie“, für die die deutsche Jugend leider immer wieder zu haben gewesen ist, werden Woche für Woche, Tag für Tag, von der jüdischen und verjudeten Presse in Bewegung gesetzt. Die „Frankfurter Zeitung“ predigt in rührendsten Tönen den „europäischen Geist“ als den einzig wahren und als die des deutschen Studenten allein würdige, fortschrittliche Weltanschauung. Die Demokratie von heute sei nicht „ungermanisches Gewächs“, wie böse Zungen behaupteten - am 15. November 1918 triumphierte dieselbe „Frankfurter Zeitung“, an der deutschen Revolution habe der „nationale Gedanke bewußt nicht mitgewirkt“ -, sie sei durchaus national. Ferner zeige die „Einstellung auf den Antisemitismus“ einen „Verzicht auf das Schauen des Vielfältigen, der Totalität“, eine „innere Enge“... In anderen Aufsätzen sagt das jüdische Börsenblatt: „Der deutsche Studentenbund behauptet nicht nur einen Fortschritt, insofern er die nichtvölkischen Gruppen in der Studentenschaft zusammenzufassen vermag. Sein Werk liegt darin, daß er den Rahmen geben kann für die Entwicklung der jungen studentischen Generation ..., welche dem Sinn und der Würde deutschen Studententums entspricht“ (1922, Nr. 260).
In dieser hinterhältigen Weise wird von neuem versucht, die Seele des deutschen Studenten seinem Volke abwendig zu machen.
Wie immer, so schlägt auch der Marxismus in dieselbe Kerbe wie die Hochfinanz. Ein überaus bezeichnendes Stück dieser „Weltanschauung“, das in verblüffender Weise ihr ganzes deutschfeindliches Wesen offenbart, liefert ein Aufsatz über die Göttinger Notverfassung im elften Heft des „Firn“.
Es heißt darin u.a. wörtlich:
„Es ging in Göttingen um den Staatsgedanken, der sich als das maßgebliche Sozialprinzip durchzusetzen hatte gegenüber anderen konkurrierenden Auswahlgesichtspunkten (Einheit der Rasse, Nationalität usw.). Wohl gemerkt: Nicht des Staates an sich, sondern des republikanisch-demokratisch-sozialen Staates, wie er uns aus Krieg und Revolution hervorging.“
Also: Nationalität und heutiger Staatsgedanke werden offen als Gegner bezeichnet! Der heutige Staat, den der Aufruf der MSP. nach dem Görlitzer Parteitag eine „Geldsackrepublik“ nannte, und in dem die Plutokratie die nicht zu leugnende Regierungsform darstellt, wird im Organ einer Proletarierzeitschrift als unantastbares Beispiel empfohlen. Und wem? Dem deutschen Studenten!
Noch klarer zeigt sich die innere deutschfeindliche Einstellung des „Firn“ in folgenden Sätzen:
„Während draußen gerungen wird um eine neue Ordnung des sozial-staatlichen Zusammenlebens, erstrebt man im studentischen Lager die Neugruppierung auf mystisch-reaktionärer Basis eines völkisch-arischen Blutzusammenhangs ... Die Gemeinschaft des Blutes ... ist in der Evolution des sozialen Prozesses längst durch andere schmiegsamere Organisationsmethoden abgelöst...“ „Aus ihnen (den realen Folgen des völkischen Gedankens) erwuchs ein Antisemitismus und ein völkischer Chauvinismus, auf den längst das Ausland seine Aufmerksamkeit lenkte, eine so demagogische Hetze gegen die bestehende Staats- und Regierungsform, daß man nur mit ernstester Besorgnis in die Zukunft zu blicken vermag.“
Weiter werden noch die von „unbelehrbarem Antisemitismus“ besessenen österreichischen Studenten abgekanzelt, und ein „festes“ Blockgebilde der ganzen nicht im völkischen Fahrwasser schwimmenden deutschen Studentenschaft wird herbeigesehnt.
Reizend ist die Gleichstellung von Antisemitismus und Kampf gegen die heutige Staatsform. Damit wird die jüdische Regierungsgewalt, freilich ungewollt, zugegeben.
Ähnliche mollustenhafte Umschlingungen, wie sie sich in obengenannten Aufsätzen der jüdischen Börsen- und Marxistenpresse bemerkbar machen, versuchen die Geistesverwandten des Judentums Tag für Tag.
Auch wir kämpfen um die Seele des deutschen Studenten, in dem wir den Mitstreiter für ein kommendes freies Deutschland sehen. Wir wissen, daß weite Schichten der heutigen Generation vermodern und verfaulen, daß andere Gehirne so schablonenmäßig eingestellt sind, daß schon von einer Gehirnverkalkung gesprochen werden kann. Deshalb müssen wir von euch, deutsche Studenten, fordern, daß ihr teilnehmt am Kampf für unsere Zukunft. Es ist heute wieder Schicksalsstunde. Jeder muß wissen, in welches Lager er gehört. Will er für „europäische Gedanken“ leben in einer Zeit, da die ganze Welt Deutschland die Kehle abschnürt? Oder will er für den deutschen Gedanken kämpfen? Das eine bedeutet das Aufgeben seiner selbst und seines Volkes, das andere - mannhafte Selbstbehauptung. Hier gibt es kein Verhandeln, keine Zugeständnisse, kein Nachgeben.
Lieber ein kleiner, aber geschlossener, angreifender völkischer Block, der, von einer Idee beseelt, den ärmsten und den reichsten Akademiker zu umschließen vermag, als ein großes regungsloses Gebilde, das stets aufs Ausland und auf die Meinung der durch Zugeständnisse angeschlossenen Gruppen zu achten hat.
Der Kampf der Gegenwart und die Kämpfe der Zukunft werden sich unter der Fahne des völkischen Gedankens abspielen. Wer den Instinkt noch nicht verloren hat, spürt das in allen Fingerspitzen und mit allen seinen Fasern.
Es gibt schon heute kein Zurück mehr. Die Brücken werden bald alle abgebrochen sein. Jeder deutsche Bursche sorge dafür, daß er auf der Seite steht, wohin er gehört: zu seiner Volksgemeinschaft.
Zu ihr gehören der deutsche Werkarbeiter ebenso wie der deutsche Student, Forscher und Künstler. Dieser einzig organische Block ist unser Ziel. Helft mit, ihn im Sumpf der heutigen Gegenwart zu schmieden - ehe es zu spät ist!
Quellen
- Völkischer Beobachter, 19. April 1922.
- Blut und Ehre III, S. 190-192.
Anmerkungen
Im Original gesperrt gedruckte Abschnitte sind hier kursiv wiedergegeben. Ergänzungen in eckigen Klammern.