„Pangermanismus“ - aber ohne uns!

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Was die Weltpresse sagt

„Pangermanismus“ - aber ohne uns!

Warum Budapests Aussehen so „deutsch“ ist

Ein Budapester Winkelblatt, das es als seine vornehmste [=hauptsächliche, wesentlichste] Aufgabe ansieht, die ungarische Öffentlichkeit jede Woche einmal in „Schrecken“ zu setzen, indem es Deutschlands „pangermanistische“ Bestrebungen aufdeckt, bekommt im eigenen Lande die beste Antwort auf seine lächerlichen Beschuldigungen:

„Im Blatte Bajcsy-Zsilinszkys lesen wir in einer Reportage, wie sehr das Aussehen Budapests deutsch ist. Firmentafeln mit fremden Namen starren den Vorübergehenden und auch den Fremden an, denn - so sagt der Artikel - das äußere Antlitz Budapests ist zweifelsohne deutsch. Die Budapester Straßen sind keinesfalls ein geeigneter Gegenbeweis gegen den im Westen stark verbreiteten Irrglauben, daß wir hier am Strande der Donau des Germanentums vorgeschobener Wachposten im Osten seien . . . die Firmentafeln mit den überwiegend deutschen Namen beweisen dies . . ., ja noch mehr, daß nämlich die ungarische Kultur nicht nur deutschen Ursprungs, sondern auch heute noch zum guten Teile deutsch ist. Das äußere Aussehen Budapests gibt so - zusammen mit den deutschbewohnten Gebieten - der halbamtlichen pangermanischen Propaganda die beste Nahrung!

Wir müssen zugeben, daß wir einen naiveren Artikel noch niemals gelesen haben! Der Artikel behauptet, das ganze äußere Aussehen Budapests sei deutschen [sic] und verführt die Menschen, zu glauben, daß unsere Kaufleute und Gewerbetreibenden zu 60 - 70 - 80 vH. germanisch seien, neben denen die magyarischen Kaufleute und Gewerbetreibenden kaum ihr Leben fristen könnten. In dem zweispaltigen Artikel ist auch nicht die geringste Andeutung, daß die Formentafel mit den deutschen Namen im allgemeinen nicht Kaufleuten und Gewerbetreibenden gehören, die aus Pommern, Preußen oder Bayern kommen, sondern in der Hauptsache Juden und daß hinter den Firmentafeln mit magyarischen Namen zum weitaus größten Teile ebenfalls - Juden wohnen . . . Wenn die in Budapest weilenden Deutschen an den Firmentafeln nicht auf den ersten Blick erkennen sollen, daß es sich hier nicht um ihre Blutsbrüder handelt, so würden sie von Budapests germanischer Abstammung doch noch enttäuscht werden, wenn sie zufällig mal - am langen Tag in unsere schöne Hauptstadt kommen sollten, wenn alle „Geschäfte mit deutschen Namen“ geschlossen sind . . . Es ist eine üble Sache, diese vielen Firmentafeln mit den fremden Namen, aber jeder gerechte Mensch muß zugeben, daß die Deutschen dafür am wenigsten können. Man kann die Deutschen wegen allem möglichen beschuldigen, aber daran sind sie wirklich unschuldig, daß der Handel und das Gewerbe Budapests - in jüdische Hände gekommen sind.“

„Uj Magyarsag“, 10. 1. 1937.

Quelle

  • Der Angriff - 17. 01. 1937, S. 8
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